100 Kinder noch immer ohne Schulplatz
In einem Monat beginnen die Sommerferien, doch rund 100 Sechstklässler und ihre Familien wissen noch immer nicht, wie es für sie danach weitergeht. Sie haben trotz Schulbauoffensive noch keinen Platz an einer Oberschule – eine „Bankrotterklärung“, sagt Cornelia Flader, CDU-Bildungsstadträtin aus Treptow-Köpenick, woher allein 75 der Betroffenen kommen. Eine Krisensitzung am Montag mit drei Bezirken und der neuen Bildungs-Staatssekretärin Beate Stoffers brachte noch keine Lösung. Für Bildungssenatorin Sandra Scheeres nur eine von vielen Baustellen: Denn das kostenlose Mittagessen verschärft auch die Raumnot an den Grundschulen: Jede fünfte Schule weiß nicht, wie sie die Verköstigung von viel mehr Kindern stemmen soll. Scheeres hat sich jetzt in einem Infobrief an Eltern und Schulen gewandt. „Für dennoch auftretende Umstellungsprobleme bitte ich Sie schon heute um Verständnis“, schreibt sie. Doch das bleibt aus. Als „lächerlich“ bezeichneten Betroffene das Schreiben. „Es wird ein Desaster, wir erwarten Qualitätseinbußen im Essen und in der Betreuung“, sagt Anke Erler, Elternvertreterin der Anna-Lindh-Schule in Wedding, mit 800 Kindern Berlins größte Grundschule. Schade, dass eine gute Idee wie das kostenlose Schulessen durch ihre überstürzte Umsetzung zu scheitern droht.