Wohnungsbedarf bis 2030 enorm
Nachdem der TXL-Volksentscheid dem Senat vorerst sein größtes Entwicklungsgebiet auch für Wohnungen weggeschossen hat, will die CDU jetzt über Änderungsanträge zum Haushalt jene Vorhaben reaktivieren, über die sie sich zu rot-schwarzen Zeiten mit der SPD schon mal einig war. Neben diversen Citylagen zählt dazu die Elisabeth-Aue in Pankow, wo laut rot-rot-grünem Koalitionsvertrag aber weiter Ackerbau betrieben wird. Dass die Anträge durchkommen, glaubt die CDU selber nicht, aber es geht ums Signal. Das Kernproblem, dass wegen des Zuzugs mindestens dreimal so viele Wohnungen gebaut werden müssten wie bisher, wächst indessen schneller als die Pilze in der Oktoberhitze.
Wie gewaltig die Wachstumsschmerzen der Stadt noch werden können, lässt auch eine Anfrage von Ex-Sportstaatssekretär Andreas Statzkowski (CDU) ahnen, die Sportstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) gerade beantwortet hat: Für 2030 ergibt sich demnach ein zusätzlicher Bedarf von „ca. 73 Großspielfeldern“. Das sind allein 43 Hektar, also rund 30 Mal der Pariser Platz, nur eben ohne NVA-Clowns und Taschendiebe. Schwer vorstellbar, wo die noch untergebracht werden können. Vielleicht auf den Flachdächern noch zu bauender Wohnungen. Oder auf der Elisabeth-Aue, wo der immergrüne Kunstrasen womöglich am Ende eine Win-Win-Situation…