Waschbären und sensible Infrastruktur
Sind Berliner Bären in Gefahr? Das fragt Grünen-Abgeordnete June Tomiak per schriftlicher Anfrage und sorgt sich konkret um die Waschbären. Der Hintergrund: Das Land hat die Jagdzeiten ausgeweitet. Tiere, die sich partout nicht verscheuchen lassen, sollen schneller von Stadtjägern „entnommen“ (sprich: getötet) werden. Diese Einzelfälle stünden laut Umweltverwaltung immer im Zusammenhang mit „besonderen Situationen“ – etwa zur Abwendung von Objektschäden, zur Einhaltung der Hygiene in Gesundheitseinrichtungen oder zum Schutz „sensibler Infrastruktureinrichtungen“.
Moment mal: Diese kleinen pelzigen Banditen gefährden sensible Infrastruktur? Nachfrage bei Wildtierexperte Derk Ehlert: Auf der Suche nach Verstecken würden Waschbären hin und wieder in Krankenhäuser eindringen oder sich in militärische Anlagen oder kV-Trafostationen verirren. Gerade in Letzteren könne das zu Kurzschlüssen führen. Kommt tatsächlich vor, aber selten: Seit 2020 gab es laut Umweltverwaltung zwei „Entnahmen“ im Zusammenhang mit dem Schutz sensibler Infrastruktur – beide in Spandau.