Fortsetzungsgeschichte mit Hatice Akyün

Woche für Woche starten Berliner AutorInnen im Checkpoint eine Erzählung. Wie es weiter geht, entscheiden die LeserInnen. Lese Sie heute Teil I von Hatice Akyün.

Fortsetzungsgeschichte mit Hatice Akyün
Foto: Meiko Herrmann

„Erzähl mal weiter“ – gemeinsam mit Berliner AutorInnen und Ihnen wollen wir während der Sommerferien Fortsetzungsgeschichte schreiben. Den Auftakt dieser Woche macht Hatice Akyün.

Kiez-Hollywood
von Hatice Akyün


Als wäre es nicht ohne Corona schon aussichtslos genug, jemanden in dieser unverbindlichen Stadt kennenzulernen. Wie sollte das gehen, jetzt, da drei Viertel ihres Gesichts verdeckt sind? Ihre stärkste Waffe war doch immer ihr Lächeln. Zwei Dutzend Masken in allen Farben hatte sie schon genäht, zu jedem ihrer Outfits die passende. Aber diese Stadt kennt kein Erbarmen. Nach drei Monaten gab sie auf, verdeckte ihr Gesicht mit einem handelsüblichen dreilagigen Nasen- und Mundschutz in Hellblau und ging in den kleinen Kiez-Supermarkt mit den viel zu engen Gängen. „Entschuldigung“, hörte sie hinter sich, während sie kniete und im untersten Fach nach den gemahlenen Mandeln suchte. Sie erhob sich langsam und drehte sich um. Schon oft hatte sie davon gelesen, dass Augen angeblich lächeln können. Nichts als kitschiger Hollywood-Scheiß, dachte sie dann immer. „Mögen Sie Tarte Tatin?“, entfuhr es ihr hinter dem Baumwollstoff. Hatte sie ihn das wirklich gerade gefragt? ‚Mögen Sie Tarte Tatin?‘ Wie gut, dachte sie, dass man hinter einer Maske nicht das Gesicht verlieren kann.

Und jetzt sind Sie gefragt – Wie soll es weitergehen? Schicken Sie uns Ihre Fortsetzung (maximal 600 Zeichen) bis spätestens heute um 16 Uhr an checkpoint@tagesspiegel.de. Die beste Idee veröffentlichen wir morgen im Newsletter. Und die gesamte Geschichte (deren Ende wiederum Hatice Akyün am Freitag schreiben wird) lesen Sie am Wochenende im Tagesspiegel und auf Tagesspiegel.de.