Grüne mit Kompromiss zu Enteignungen

In unserer Reihe „Politikdeutsch“ heute: „Kompromiss, der“ in der Fassung der Berliner Grünen. Um den innerparteilichen Konflikt über die Enteignung großer Wohnungsunternehmen erstmal zu befrieden, lautet der Antragstext für den Parteitag an diesem Wochenende jetzt folgendermaßen:

Wir würden uns wünschen, dass die Umstände uns nicht zwingen, die Vergesellschaftung als letztes Mittel anzuwenden, um den verfassungsmäßigen Auftrag erfüllen zu können. Wenn Wohnungsunternehmen sich jedoch weigern, ihrer sozialen Verantwortung nachzukommen, wird die öffentliche Hand, auch durch ein Volksbegehren gestützt, die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt mit diesem Schritt entschärfen.“

Ähm… ja. Alles klar. Vorher stand da übrigens noch „diesen Schritt zu gehen“. Das wäre natürlich etwas ganz anders. Aber wenn das eine der Brücken sein soll, die Spitzenkandidatin Bettina Jarasch zwischen den gesellschaftlichen Interessengruppen bauen will, besteht höchste Einsturzgefahr – was wiederum prima zu Berlin passt, weil das hier ja für fast alle Brücken gilt.

Es kommentiert Theobald Tiger, für den o.g. Anlass summend zitiert von Pankows Bürgermeister Sören Benn (Linke): „Schließen wir ‘nen kleinen Kompromiss! Davon hat man keine Kümmernis. Einerseits – und andrerseits – so ein Ding hat manchen Reiz… Sein Erfolg in Deutschland ist gewiss: Schließen wir ‘nen kleinen Kompromiss!“