Zaun um den Central Park? Online-Archiv der New York Times stützt Fake-News-Vorwurf gegen Kai Wegner
Der Regierende sieht in der Görli-Debatte New York als Vorbild. Doch der Kriminologe Thomas Feltes kontert: Um den Central Park stand gar kein Zaun. Das NYT-Archiv gibt ihm recht. Von Daniel Böldt.
Themenwechsel: „Ich halte das für Symbolpolitik und bin strikt dagegen.“ Das sagt der Kriminologe Thomas Feltes zu der Idee, den Görlitzer Park zu umzäunen (T+). Und nicht nur das: Er wirft dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner auch die Verbreitung von Fake News vor. Dieser bemühte zuletzt das Beispiel New York, wo der Central Park laut Wegner aufgrund der Kriminalität vor Jahren „umzäunt und nachts abgeschlossen“ wurde.
Feltes, der zur Kriminalitätsbekämpfung in New York geforscht hat, sagt dagegen: „Es gab niemals einen Zaun um den Central Park.“ Wer hat recht? Wir schauen ins Online-Archiv der New York Times und finden: eine herrliche Glosse über die vielen kleinen Zäune zum Schutz der Rasenflächen im Central Park (hier), einen Text über einen temporären Zaun während des Papst-Besuchs 2015, dessen Errichtung viele Anwohner:innen ärgerte (hier) und einen Text aus dem Jahr 1926 über den Zaunbau um den größten See des Central Parks (hier).
Über einen Zaun zur Kriminalitätsbekämpfung wurde in der New York Times in den vergangenen Jahrzehnten nicht berichtet. Aber vielleicht kennt Wegner die Stadt auch einfach besser.