VBKI sperrt die Presse aus – auf Wunsch von Ex-Senator Nußbaum
Die Berliner Kaufleute und Industriellen luden zu einer Veranstaltung über Corona-Hilfen ein. Am Ende wollten sie lieber unter sich bleiben. Von Lorenz Maroldt.
Erst lud der VBKI (Verein Berliner Kaufleute und Industrieller) zur digitalen Veranstaltung mit dem Fischfangfreund Ulrich Nußbaum ein (auch den Tagesspiegel als zahlendes Mitglied des Wirtschaftsvereins), dann sperrte er Journalisten wieder aus – angeblich auf Wunsch des Staatssekretärs (das Wirtschaftsministerium schaffte es gestern zwar, lauter langweile PR-Mitteilungen zu versenden, aber nicht, auf eine entsprechende Frage auch nur zu reagieren). Das Thema von Nußbaum, der sich auf seine alten Tage noch eine Verbeamtung auf Lebenszeit angeln konnte: „November- oder Dezemberhilfe? Was Unternehmer und Selbstständige jetzt zu den neuen Corona-Maßnahmen wissen müssen“.
Offenbar meint der VBKI, dass die Corona-Hilfen die Öffentlichkeit nichts angehen – oder warum agiert der eigentlich immer auf Publicity drängende Verein plötzlich sonst so pressefeindlich wie ein AfD-Parteitag im Nordhäuser-Doppelkorn-Rausch? Hat der Vorstand etwa Angst, dass der Ex-Finanzsenator eine Kopie ihrer Steuerakten hat mitgehen lassen? Aber nein, das wäre ja infam.
Zum Glück brauchen wir weder den VBKI, noch Herrn Nußbaum für eine übersichtliche Darstellung der „Novemberhilfe“, „Dezemberhilfe“, „Soforthilfe II“ oder whatsoever. Kevin Hoffmann und Tanja Buntrock haben die Zeit, die sie sonst mit dem schwadronierenden Staatssekretär verplempert hätten, jedenfalls gut genutzt, wie Sie hier sehen können.