Kai Wegners unerwiderter Flirt mit den Grünen

Themenwechsel: Er will das Rote Rathaus gern schwarz streichen, vielleicht eine Jamaika-Flagge im Bürgermeisterzimmer aufhängen. Meinem Kollegen Ulrich Zawatka-Gerlach hat Kai Wegner jetzt ein Interview gegeben. Konkrete Pläne für ein Berlin unter seiner Regentschaft hatte Wegner noch nicht im Gepäck ("grundlegender Politikwechsel"), versprach aber eine weiblichere CDU, weniger Streit und warb offensiv um ein Bündnis mit den Grünen: "Meinen CDU-Parteifreund und Regierungschef in Schleswig-Holstein, Daniel Günther, der eine Koalition aus CDU, Grünen und FDP führt, finde ich in diesem Sinne vorbildhaft. So etwas sollten wir auch in Berlin hinbekommen", sagte Kai Wegner und fand auch für Spitzen-Kandidatin Bettina Jarasch nette Worte. Moment, was hatte Jarasch noch in ihrem ersten großen Interview über die Berliner CDU gesagt? "Es gibt viele Konservative, denen Grundwerte wie Humanität oder die Verantwortung für Arme und für die Bewahrung der Natur wichtig sind, mit denen wir gemeinsame Ziele erreichen können. Aber das sind Werte, die diese Berliner CDU nicht unbedingt bedient." Klingt nach einer bislang recht einseitigen Liebe. Aber in der Stadt der offenen Beziehungen ändern sich Verhältnisse ja rasch.