Quallen in der Overhavel

Berlin, aber Sommerloch – Auf den aus früheren Sommern bekannten Killerwels vom Schlachtensee (Enten! Zehen! Kinder!) scheint kein Verlass mehr, sodass Ersatz her muss. Die „B.Z.“ präsentiert: Quallen in der Oberhavel, Höhe „Bürgerablage“, Bezirk Spandau. Nicht groß, aber zahlreich. Was sie da wollen? „Sie lassen sich gern im warmen Wasser schaukeln, die Sonne auf ihre gallertartige Schwabbel-Plauze scheinen“. Laut einem Wissenschaftler sind die Quallen in der Hitze der vergangenen Wochen aus Polypen entstanden. Ihre Nesselhaare könnten leichte Hautreizungen auf der Menschenplauze auslösen. Das für die Quallitätskontrolle der Badegewässer zuständige Lageso will jetzt mit quallifiziertem Personal nach den Tieren Ausschau halten, gestern wurden bereits einige Proben entnommen.

Ob es die Quallen wirklich gibt und wie gefährlich oder ungefährlich sie sind, wird also bald erst feststehen. "Das Lageso beteiligt sich nicht an Spekulationen, sondern wartet die Ergebnisse der Kontrollen ab", sagte die Pressesprecherin Silvia Kostner am Dienstagmorgen. Wer nach dem Besuch eines Badesees Hautreizungen hat, solle zunächst an all die anderen Insekten, wie Mücken und Eichenprozessionsspinner, denken, die für Beschwerden sorgen können. 

Das letzte Mal wurden 2006 Quallen im Wannsee gefunden, damals handelte es sich um die ungefährliche Art Craspedacusta sowerbii. Die benötigt laut Naturschutzbund mindestens 25 Grad, um sich zu entwickeln – sollte es sich diesmal um die gleiche Art handeln, dürften in der 17 Grad kalten Havel aktuell also keine neuen Tiere dazukommen.