das nennt man wohl „überwältigende Resonanz“, wenn man weit mehr als 300 Mails bekommt, von denen mindestens die Hälfte so interessant ist, dass man sie gründlich liest – und nach ca. 300 Minuten Lesezeit feststellt, dass man weitere 300 Minuten bräuchte, aber dass 600 Minuten zehn Stunden sind und der Checkpoint nicht rechtzeitig fertig würde. Deshalb an dieser Stelle herzlichen Dank für die vielen profunden Anmerkungen zu der Frage aus dem gestrigen CP, wie sich die SPD zur Kandidatur Ursula von der Leyens als EU-Kommissionspräsidentin verhalten sollte.
Das Tsp-Kollegium versucht, im morgigen Tagesspiegel möglichst viel Platz freizuschaufeln, um Meinungen aus der CP-Leserschaft dort zu veröffentlichen.
Das Stimmungsbild ist völlig gemischt, wie die Strichliste zeigt: In 162 Mails wird die SPD teils vehement zum Neinstimmen aufgefordert. Als Begründung dafür dominiert die plötzliche, nachträgliche Nominierung von der Leyens, oft verbunden mit dem Hinweis auf ihre Performance als Verteidigungsministerin. Viele werfen auch der CDU/CSU vor, die SPD zu erpressen. 27 Einsender betonen, dass ein Nein der SPD auch zum Ende der GroKo führen sollte.
In 131 Mails wird Zustimmung verlangt. Einige CP-Leser aus dieser Fraktion werfen den Altvorderen in der SPD vor, die Partei durch vorschnell in die Welt gesetzte Parolen erneut in eine Sackgasse getrieben zu haben, aus der sie kaum heil herauskommen kann. Viele betonen aber, die SPD solle gerade jetzt Verantwortung für Europa übernehmen, statt zu schmollen. Diese Sicht vertreten vor allem jene, die die Kür durch den Rat, also die Staats- und Regierungschefs, als völlig korrekt empfinden: Nachdem sich das EU-Parlament auf keinen Spitzenkandidaten einigen konnte, musste dieser Weg gewählt werden, an dessen Ende das klare Votum von 27:0:1 gestanden habe.
Vorgeworfen wird der SPD, nach der Bremer Bürgerschaftswahl dieselbe Kai-aus-der-Kiste-Nummer aufgeführt zu haben, über die sie sich auf EU-Ebene jetzt empört. Und selbst Leser, die Ursula von der Leyen als Person kritisch sehen, sagen, eine deutsche EU-Kommissionspräsidentin sei aus hiesiger Sicht per se ein Glücksfall.
Die Bedeutung der Spitzenkandidaten wird extrem unterschiedlich bewertet: Timmermans und Weber seien nur für Niederländer und Bayern relevant, sagen die einen, während viele andere Verrat am Wähler beklagen. Daneben existiert eine Kompromiss-Fraktion, die der SPD teils zu innenpolitischen Forderungen für ein Ja und teils zur Freigabe des Stimmverhaltens ihrer EU-Parlamentarier rät. Vor allem solle sie die Kandidatin von der Leyen gründlich nach deren Agenda befragen und sich anhand des Inhalts eine Meinung bilden. Auf die Agenda kann aus Sicht dieser CP-Leser auch eine verbindliche Regelung des Spitzenkandidaten-Prinzips gehören, damit sich die aktuelle Misere bei künftigen EU-Wahlen nicht wiederholt.
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In Berlin um die Welt: Serbien – Über die Trinkkultur auf dem Balkan haben wir auf unserer Weltreise bereits einiges gelernt. Heute geht es mit einer Lektion über serbische Weine weiter. Der Weinbau in Serbien hat handfeste Tradition, die bis in die Römerzeit zurückreicht. Besonders gefördert werden die Sorten Prokupac und Kadarka (wenn man den in die Finger bekommt, unbedingt probieren!), die u.a. als autochthone Weine gelten. Mit Winzern, die sich diesen Sorten verschrieben haben, arbeitet auch das Team von Samovino zusammen. Samovino bedeutet im Serbokroatischen „nur Wein“ - ein Bekenntnis zu organischem Wein. Den wollen Brana Bosnjak und Lukas Ertl unter die Berliner bringen, zumal ihrer Analyse nach serbischer Wein eine erhebliche Marktlücke in Deutschland darstellt. Das lässt sich ändern – im Weinladen „Hut & Vino“ in der Schwedter Straße 52: Di-Sa 12-20 Uhr. Einwohner Serbiens in Berlin:19.868 (Stand Ende Dezember 2018)
Sommerspaß: Baden im Kiessee – Eine ruhige Oase in Reinickendorf: Der Kiessee liegt einen 5-minütigen Fußmarsch vom S-Bhf. Mühlenbeck-Mönchmühle (S 8) entfernt, das Strandbad kostet 3 Euro Eintritt – dafür sind die Ufer sauber und eine Infrakstruktur mit Toilette und Kiosk gibt's auch. Die meisten Einstiege sind flach und eignen sich für Kinder. Tipp für einen Tagesausflug nach Reinickendorf: Im Anschluss die Wasserbüffel besuchen, die seit Mai wieder am Tegeler Fließ grasen.
Sommersport: Unterwasser-Rugby – Jede Mannschaft muss versuchen, so viele Tore wie möglich zu machen, also den Ball ins gegnerische Tor zu legen. Dabei braucht jeder Kondition, denn das Becken ist 3 Meter tief und die Tore (sprich Körbe) stehen auf dem Boden. Das Spiel findet im dreidimensionalen Raum statt und neben Kondition sind Zusammenspiel und Übersicht gefragt. Nichts für Ältere.
Sporttaucher berlin e.V. Duisburger Str. 18 – 10707 Berlin/ Berliner Unterwasser Rugby e.V.
Jottwede: Fallschirmspringen – Wer sich für 2019 noch eine Mutprobe vorgenommen hat und mit dem Sprungturm im Freibad nicht ausgelastet ist: Bis Oktober läuft die Fallschirmsprung-Saison im „Take off“ Fehrbellin (Flugplatzstr. 3, ca. eine Stunde Anfahrt mit dem Auto) - ein Tandemsprung aus z.B. 2500 Metern Höhe kostet 159 Euro und dauert 20 Sekunden. Die flatternden und entgleisenden Gesichtszüge beim Springen kann man als Mutprobenbeweis filmen oder filmen lassen, das kostet allerdings extra.
Berlin, aber Sommerloch – Auf den aus früheren Sommern bekannten Killerwels vom Schlachtensee (Enten! Zehen! Kinder!) scheint kein Verlass mehr, sodass Ersatz her muss. Die „B.Z.“ präsentiert: Quallen in der Oberhavel, Höhe „Bürgerablage“, Bezirk Spandau. Nicht groß, aber zahlreich. Was sie da wollen? „Sie lassen sich gern im warmen Wasser schaukeln, die Sonne auf ihre gallertartige Schwabbel-Plauze scheinen“. Laut einem Wissenschaftler sind die Quallen in der Hitze der vergangenen Wochen aus Polypen entstanden. Ihre Nesselhaare könnten leichte Hautreizungen auf der Menschenplauze auslösen. Das für die Quallitätskontrolle der Badegewässer zuständige Lageso will jetzt mit quallifiziertem Personal nach den Tieren Ausschau halten, gestern wurden bereits einige Proben entnommen.
Ob es die Quallen wirklich gibt und wie gefährlich oder ungefährlich sie sind, wird also bald erst feststehen. "Das Lageso beteiligt sich nicht an Spekulationen, sondern wartet die Ergebnisse der Kontrollen ab", sagte die Pressesprecherin Silvia Kostner am Dienstagmorgen. Wer nach dem Besuch eines Badesees Hautreizungen hat, solle zunächst an all die anderen Insekten, wie Mücken und Eichenprozessionsspinner, denken, die für Beschwerden sorgen können.
Das letzte Mal wurden 2006 Quallen im Wannsee gefunden, damals handelte es sich um die ungefährliche Art Craspedacusta sowerbii. Die benötigt laut Naturschutzbund mindestens 25 Grad, um sich zu entwickeln – sollte es sich diesmal um die gleiche Art handeln, dürften in der 17 Grad kalten Havel aktuell also keine neuen Tiere dazukommen.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Gordon Lemm (SPD), Schulstadtrat von Marzahn-Hellersdorf, hat seinen Gemütszustand auf Facebook auf „beunruhigt“ gestellt. Am späten Montagnachmittag wandte er sich ebenda an die Öffentlichkeit, weil sich seit einigen Wochen die Fälle von 11- bis 14-Jährigen häufen, die teils hoch dosiertes Ecstasy konsumieren. Die Pillen seien schon für weniger als zwei Euro zu bekommen, was ihre erschreckende Beliebtheit in dieser Altersgruppe erklären dürfte. Wie Tsp-Kollege Ingo Salmen berichtet, haben Lemm zufolge praktisch alle Oberschulen des Bezirks seit Jahresbeginn Erfahrungen mit dem Phänomen gemacht. In zwei Fällen seien auch Grundschüler auffällig geworden. Mindestens in Neukölln soll es ähnliche Probleme geben.
Besonders attraktiv sei der in den Pillen enthaltene und emphatisch machenden Wirkstoff MDMA offenbar für Mädchen. Was die junge Zielgruppe besonders anfällig mache, sei ihre Mischung aus Neugier und Ahnungslosigkeit. Aufklärung über Drogen sei im Rahmenlehrplan erst in der neunten Klasse verankert, sagt Lemm.
Während anfangs wohl potenzielle Verkäufer auf den Schulhöfen gesichtet wurden, sei deren Betreten des Schulgeländes mittlerweile von den Schulen unterbunden worden. Trotzdem erreichen die Dealer ihre jungen Kunden und verkaufen ihnen die Ware deutlich unter dem marktüblichen Preis: In Berliner Clubs kostet eine Pille um die zehn Euro.
In Vergleichen mit Hamburg erhält Berlin meistens die Silbermedaille. So wie gerade in der „FAZ“, die sich mit der Baupolitik beider Städte befasst hat. Dabei bekommt Berlin ordentlich eins auf den Mietendeckel: Michael Müller sei „ein Bürgermeister, der die Dinge gerne laufen lässt“ und klare Ansagen scheue, und Katrin Lompscher eine „Bauverhinderungssenatorin“. In Hamburg gebe es einen Konsens, dass die Stadt wachse. In Berlin gebe es mächtige Bezirkspolitiker wie Florian Schmidt, die in Vorkäufe statt in Neubau investierten. In Zahlen: 12.900 neu gebaute Sozialwohnungen in Berlin seit 2007 (HH: 28.500); durchschnittlicher Mietanstieg seitdem: 82% in Berlin, 46% in Hamburg.
Katrin Lompscher will wie gewohnt übers Bauen reden: Am Donnerstag stellt sie eine Info-Kampagne mit eingebautem Dialogangebot vor. „Berlin baut auf Dich“, heißt die Aktion, die einmal mehr die Berliner Mischung bewahren soll. Sie ist nicht zu verwechseln mit dem gestern präsentierten Projekt „Gemeinsam Stadt machen!“, bei dem eine Arbeitsgruppe aus BürgerInnen, Politik und Verwaltung in 18 Monaten Leitlinien für die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Stadtentwicklung erarbeitet hat. Erklärtes Ziel ist, „Konflikte frühzeitig zu moderieren“. Mörteln kommt danach, wenn überhaupt.
Im Lichtenberger Ortsteil Karlshorst hat Lompschers Verwaltung gerade den Neubau von 1000 Wohnungen gestoppt, weil der Bezirk mit dem Investor eine Mietpreis- und Belegungsbindung nur für 20 statt der vom Land für geförderten Neubau vorgeschriebenen 30 Jahre vereinbart hat. Durch das Veto dürften es – von heute an gerechnet – sogar noch ein, zwei Jahre mehr werden, weil sich der Baubeginn entsprechend verzögert.
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28. adidas Runners City Night am 3. August 2019
Auf der superschnellen Strecke über den Kudamm fallen die Bestzeiten über 10 und 5 km. Die City West wird zur rauschenden Party Zone. Hot Spots, Sambabands, internationale Läufer und das hippe Bühnenprogramm auf dem Breitscheidplatz sorgen für die Lauf-Party des Jahres. Lass dir das nicht entgehen und melde dich an unter www.berlin-citynight.de
Wie jetzt bekannt wird, hat sich Berlins beliebtestes Wohnungsunternehmen im August 2018 vor dem Landgericht eine Niederlage eingefangen, die zum Präzedenzfall werden kann: Laut „Berliner Zeitung“ hat ein Mietrechtsportal eine an den Mietvertrag gekoppelte Zusatz-Vereinbarung weggeklagt, mit der die Deutsche-Wohnen-Tochter GSW eine Wohnung ein wenig aufwerten und dafür die Monatsmiete von 573 auf 717 Euro erhöhen wollte. Fun Fact: Schon die (nur theoretisch vorgesehenen) 573 Euro lagen weit über dem von der Mietpreisbremse erlaubten Maximum.
Denkmalschutz muss kein Litfaß ohne Boden sein: Nur 24 von 2548 vorhandenen Litfaßsäulen hat das Landesdenkmalamt bei einer Bestandsaufnahme für schutzwürdig befunden. Die auserwählten stehen in Denkmalbereichen wie der Karl-Marx-Allee, der Reichsbanksiedlung Schmargendorf oder dem Mexikoplatz. Die mutmaßlich älteste geschützte Säule am Hackeschen Markt ist aus Blech und ca. von 1900. Die jüngste Säule ist erst 32, sieht aber älter aus, was beabsichtigt war: Sie schmückt das 1987 entstandene Nikolaiviertel.
Fahrradweichen sind die Härte – weil nur hartgesottene Radler die Nerven haben, sich gemäß der Markierung auf Hauptverkehrsstraßen zwischen (!) Geradeaus- und Abbiegespur zu fädeln. An der Moltkebrücke vorm Hbf. in Fahrtrichtung Kanzleramt sieht es aus, als würde gerade die nächste der hoch umstrittenen Weichen markiert. Sieht aber nur so aus, teilt die Verkehrsverwaltung (nach vorherigem Verweis an den Bezirk und Rückverweis von dort an den Senat) mit: Es handele sich um eine Linksabbiegespur, die bald auch mit Pfeilen markiert werde. Denn die Moltkebrücke „soll künftig nur noch als Zu- und Ausfahrt für das Bundeskanzleramt und die Schweizer Botschaft dienen“, sodass fast der gesamte Verkehr künftig am Spreeufer links abbiegen werde.
Digital first, Beackern second: Die Umweltverwaltung baut an einer Online-Plattform für gemeinschaftliches Gärtnern. Erst wenn die steht, soll auch ein „gesamtstädtisches Konzept“ zum Urban Gardening erarbeitet werden, heißt es auf Anfrage von Turgut Altug (Grüne). Dafür wurde eine Stelle in der Verwaltung geschaffen, die zum Oktober besetzt werden soll. Zum Anforderungsprofil gehörten neben Kenntnissen der aktuellen Gartentrends auch Konfliktfähigkeit und Verhandlungsgeschick. Nach den bisherigen Erfahrungen ist mit den Kleinstgärtnern vor allem, wenn es um Flächenverteilung geht, nicht gut Kirschen essen.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Aber nicht auf die lange Bank schieben, es ist mir schon ernst.“
Regiermeister Michael Müller hat in der „Abendschau“ seine aus Wien importierte Idee eines 365-Euro-Jahrestickets für die BVG erläutert. Die Debatte über Sinn, Finanzierung und Machbarkeit nimmt gerade volle Fahrt auf.
Tweet des Tages
Unser Bildungssystem muss verdammt gut sein, wenn Millionen Asylrechtsexperten so schnell auf Seerechtsexperten umschulen konnten.
Stadtleben
Essen & Trinken – Das neueröffnete Boujee in Charlottenburg ist gleich doppelt Crossover: Betrieben wird es von dem russischen Modehändler Sergei Braude, der als Laie in die Kulinarik-Szene der Hauptstadt einsteigt. Dafür hat er sich einen erfahrenen Küchenchef an die Seite geholt – den Italienier Chrisitan Lorenzini, der in Moskau eine Marke ist und sich seine Kochkünste vornehmlich dort angeeignet hat. Wilde Mischung, das Menü hingegen ist klassisch gehalten. Gastro-Kritiker Bernd Matthies empfiehlt Spaghetti Vongole (17 Euro), oder der Fisch in Salzkruste (24 Euro), der noch am Tisch vom Koch flambiert wird. Einen runden Abschluss bietet das Zitronensoufflé. Wer sich über die teuren Preise wundert: „Boujee“ ist Rapper-Slang für „bourgois“ – das erklärt einiges. Aber immerhin können sich auch die bezahlbaren italienischen Weine in der Pariser Straße 18a sehen lassen. U-Bhf Uhlandstraße, Mo-Sa ab 18 Uhr
Berlinbesuch – Das Wetter ist nicht so sommerferienkonform, aber es soll auch mal was anderes sein als Theater oder Museum? Die Mudd Show präsentiert seit Kurzem Musik und visuelle Kunst im kleinen Rahmen, heute findet die zweite Episode im Fitzroy statt. Dort spielen ab 18 Uhr unter anderem die Shampoo Douglas und Genes Band eine Mischung aus elektronischer und akustischer Musik. Auch der britische DJ Andrew James Gustav zeigt eine weniger bekannte Auswahl seiner Musik. Auch die französische Künstlerin Clara Villechaise stellt ihre Werke aus und beweist ihre Affinität für plastische Kunst und das Entdecken neuer Medien und Techniken. Ab 18 Uhr, Tickets kosten 12 Euro. Holzmarktstraße 15, S/U-Bhf Jannowitzbrücke
Geschenk – Wenn man reist, gibt es nichts Wichtigeres als den richtigen Rucksack. Der ist aber gar nicht so einfach zu finden, vor allem wenn er noch stylisch und möglichst nachhaltig hergestellt sein soll. Eine Lösung bietet die Berliner Firma „Wayks“ mit ihrem Travel Backpack. Er sieht super aus, ist modular, lässt sich wie ein Koffer packen und in einen Tagesrucksack, eine Kamera-, oder Kulturtasche umwandeln. Für 289 Euro lässt sich der 37 Liter Rucksack erwerben, der aus recycelten Plastikflaschen und komplett PFC- frei hergestellt wird.
Last-Minute-Tickets – DerMietenwahnsinn ist momentan in aller Munde. Der Dokumentarfilm „Die Stadt als Beute“ von Andreas Wilcke behandelt die rasanten Entwicklungen des Berliner Immobilienmarktes der letzten vier Jahre. Der Zuschauer erlebt quasi live, wie eine ganze Stadt im Zeitraffer umgekrempelt wird. Wer sich diesen Wandel noch leisten kann und wo das Ganze hinführt, wird heute ab 20.30 Uhr im //:about blank beleuchtet. Der Film beginnt um 21.30 Uhr, der Eintritt kostet 6,50 Euro. Im Anschluss findet eine Podiumsdiskussion mit Sebastian Roos, einem der Initiatoren von Deutsche Wohnen & Co enteignen statt. Markgrafendamm 24c, S-Bhf Ostkreuz.
Noch hingehen – Wieoft tragen Sie eigentlich Ihre Klamotten? Mit dieser Frage werden Besucher anlässlich der Fashion Week in der Installation „What we do often“ vom Modelabel „oft“ konfrontiert. Sie ist im Rahmen des German Sustain Concepts des Fashion Councils Germany noch bis zum 17. Juli im Bikini Berlin zu sehen. Die Besucher können nicht nur die Kleidung von „oft“ anprobieren, sondern werden auch dazu aufgefordert, zu hinterfragen, was sie selber oft tragen und tun. Dazu bietet die Ausstellung auch Informationen darüber, wie viel Wasser zum Beispiel bei der Produktion eines T-Shirts verbraucht wird und wie man den Energieverbrauch in Bezug auf Kleidung senken kann. Budapester Straße 38-50, S/U-Bhf Zoologischer Garten
Verlosung – „Star Dust – From Bach to Bowie" ist ein zweiteiliges Programm der renommierten US-amerikanischen Tanzcompagnie Complexions Contemporary Ballet, welches sie vom 9. bis 14. Juli in der Komischen Oper (Behrenstraße 55-57, S/U-Bhf Friedrichstraße) aufführt. Der Abend ist auf der einen Seite eine farbenprächtige und extravagante Hommage an die Pop-Ikone David Bowie, auf der anderen zeigt die Company mit Bach 25 ihr Können zur Musik des Barockmeisters Johann Sebastian Bach. Wir verlosen exklusiv für Checkpoint-Abonnenten bis 12 Uhr 2 Tickets für die Premiere heute Abend um 20 Uhr.
Mit diesem Stadtleben wünscht Ihnen Carmel Schnautz einen schönen Dienstag.
Prominent verraten
„Die meisten meiner Freunde leben in Kreuzberg. Ich wollte mal unbedingt dort wohnen und gehe dort feiern. Der Kotti ist Berlin“, sagt unsere Berlinerin. Sie selber lebt zurzeit im Bezirk Pankow.
Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Die Auflösung kommt immer freitags - mit einem Selfie.
Erraten Sie, wer sich diesmal hinter den Bildern versteckt?
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Berlin heute
Verkehr – Die Badstraße (Gesundbrunnen) ist bis voraussichtlich Samstag in Richtung Osloer Straße zwischen Prinzenallee und Koloniestraße gesperrt. Ab 5 Uhr ist der rechte Fahrstreifen der Sonnenallee (Neukölln) vor der Grenzallee bis Freitag gesperrt. Für voraussichtlich zwei Wochen ist stadteinwärts auf der Greifswalder Straße (Prenzlauer Berg) in Höhe Danziger Straße nur eine Spur frei und das Linksabbiegen im gesamten Kreuzungsbereich nicht möglich. Auf der Charlottenburger Straße (Spandau) stehen auf Höhe der Polizeiakademie in beiden Richtungen weniger Fahrstreifen zur Verfügung, außerdem ist die Fahrbahn verschwenkt.
Demonstration – Etwa 100 Menschen fordern heute auf dem Pariser Platz von 17 bis 19.30 Uhr: „Türkische Armee raus aus Kurdistan". Grund ist der Tod von Diyar Xerib beim Luftangriff in Qendîl durch das türkische Militär. Von 14 bis 19 Uhr findet ebenfalls auf dem Pariser Platz eine Demonstration des European Initiative e.V. „für christliche Werte in unserer Gesellschaft" mit ca. 40 Teilnehmenden statt.
Gericht – Ein 48-Jähriger, der auf der Müggelspree mit einem Wassermotorrad mit hoher Geschwindigkeit gefahren sein soll, muss sich wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs verantworten. Er soll mehrere Personen gefährdet und ein Floß gerammt haben (9.40 Uhr, Amtsgericht Tiergarten, Kirchstraße 6, Saal 3093).
Universität – „Literatur, so ganz allgemein": Die Autorinnen und Autoren des Kollegs rund um den preisgekrönten österreichischen Schriftsteller Clemens J. Setz veranstalten heute zusammen mit der FU um 20 Uhr (Einlass 19.30) eine Lesung im Literaturhaus (Fasanenstraße 23, U-Bhf Kurfürstendamm). Der Eintritt ist frei.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Dr. Motte, bürgerlich Matthias Roeingh (59), DJ und Mitgründer der Loveparade / Stefan Gelbhaar (43), Rechtsanwalt, Strafverteidiger und Bundestagsabgeordneter (Grünen) / Julia Hartmann (34), Schauspielerin / Kurt Kister (62), Chefredakteur Süddeutsche Zeitung / „Liebe Patricia Wolf, die herzlichsten Geburtstagsglückwünsche, lass dich ordentlich feiern, Sanne" / Anne Blöss, „Kaffee-Freundin, Kiez-Walkerin, positiv-Denkerin und Sticker-Queen“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Ilse Eckart, * 24. Dezember 1924 / Michael Grabow, * 13. Dezember 1953, Richter am Amtsgericht Pankow / Klaus Nicklitz, * 14. Februar 1941, ehem. im Vorstand des BBU
Stolperstein – Mommsenstraße 10, Charlottenburg: Hier wurde für Arthur Bach (Jhg. 1875) ein Stolperstein verlegt. Er war als Amtsrichter tätig, bis er 1933 aufgrund des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ seinen Beruf verlor. Aus finanzieller Not heraus emigrierte Bach 1939 in die Niederlande, die jedoch ab Mai 1940 von der Reichswehr besetzt wurden. Am 6. Juli 1943 wurde Arthur Bach zusammen mit seiner Frau Gertrud Bach ins Vernichtungslager Sobibor deportiert und heute vor 76 Jahren ermordet.
Im Tagesspiegel
Kommunalpolitik, hieß es über Jahre, sei etwas für Pragmatiker. Da arbeiteten Leute von der CDU problemlos mit Leuten von der Linkspartei zusammen. Das hat sich geändert, seit die AfD zum politischen Faktor geworden ist. Lesen Sie die Reportage von Werner van Bebber aus Falkensee heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
Wie bekommt man Ferienkinder an die frische Luft? Mit einer Jagd! Genauer gesagt mit einer Mückenjagd (muss man ja nicht vorher verraten) im Dienste der Wissenschaft. Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung will das von Mückinnen (nur die Weibchen stechen) eingesaugte Blut untersuchen, um zu erfahren, welche Mückenarten welche Tiere stechen und wo sie vorkommen. Dafür sucht das Forscherteam Freiwillige, die bei Spaziergängen in Parks und Wäldern Mücken von den Bäumen schütteln und vollgesogene (erkennbar am roten Po) einsammeln: „Alle Mückenjäger bekommen dafür eine Ausrüstung, die sie am Ende des Projektes zusammen mit den gefrorenen Mücken wieder zurückgeben.“ Wenn Sie also noch Platz im Tiefkühlfach haben…
Morgen zapft Lorenz Maroldt für Sie hier wieder exklusive Quellen an. Machen Sie’s gut – und schlagen Sie sich wacker!