Kaputt ist das neue Normal

Ärgerlich sind solche Fehlversuche (oder in diesem Fall: Nichtversuche) vor allem, weil der Impfstoff für Kinder unter fünf Jahren noch nicht offiziell empfohlen ist. Immerhin können Eltern – sofern sie beruflich die Möglichkeit haben – wenigstens selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Kita schicken. Schulkinder hingegen müssen zum Unterricht: Die Präsenzpflicht steht wie die Omikron-Wand, und das obwohl die 7-Tage-Inzidenz inzwischen in der Altersgruppe Fünf bis Neun bei 1332 liegt – Tendenz weiter steigend.

„Schulschließungen sind etwas, das ich bis zum Letzten verhindern werde“, sagte Berlins Regierende Franziska Giffey am Wochenende im Tagesspiegel-Interview. Was das Letzte für sie wäre, erläuterte sie nicht. „Für viele Eltern fühlt es sich an wie Russisch Roulette, ihre Kinder morgens loszuschicken“, sagte Tobias Schulze (Linke) gestern im Abgeordnetenhaus. Die Bildungsverwaltung rechnet damit, dass mehrere Schulen aufgrund der hohen Fallzahlen in den Wechselunterricht gehen werden (Q: MoPo). „So langsam kippt bei den Eltern die Stimmung“, sagt Landeselternsprecher Norman Heise.  

Wie die Schulleitungen sich bei all dem fühlen, hat mein Kollege Armin Lehmann hier aufgeschrieben (Abo). Kleiner Einblick:
 
+ „Das emotionale Elend können wir nicht heilen“
+ „Was wir hier eigentlich wuppen, wird außerhalb der Schule zu wenig gesehen.“
+ „Die Atmosphäre ist irgendwie gekippt.“
+ „Ich gucke meine Leute an, und die sehen kaputt aus.“

Oder anders ausgedrückt: Kaputt ist das neue Normal.