Wie es bei den Berliner Koalitionsverhandlungen 2016 zuging
Um die Milch ging‘s, nicht um die Wurst. Bettina Jarasch erinnerte sich im Parlament, wie der Koalitionsvertrag für Rot-Rot-Grün vor fünf Jahren zustande kam. Von Lorenz Maroldt
Bei den Verhandlungen 2016 ging‘s dagegen ziemlich zur Sache, wie Bettina Jarasch, damals noch als Grünen-Landesvorsitzende mit am Tisch, vor zwei Wochen im Abgeordnetenhaus erzählte – hier das Parlamentsprotokoll:
„Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Lieber Michael Müller! Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als wir Tage und Nächte zusammen verbracht haben (Heiterkeit im Saal), als wir nämlich vor fünf Jahren gemeinsam den Koalitionsvertrag für Rot-Rot-Grün verhandelt haben. Und ich erinnere mich daran, dass Sie, ganz der gute Gastgeber, der Sie sind, extra Sojamilch für uns organisiert hatten (Heiterkeit / Beifall bei Grünen, SPD, Linken / Paul Fresdorf, FDP: „Ihr wisst, wie man feiert!“) und dann ganz verdutzt waren, als wir nach Kuhmilch gefragt haben. Ganz so verschieden sind die Welten eben doch nicht, die damals zueinanderkamen. Das zeigte sich allerdings nicht nur bei der Kuhmilch im Kaffee (Burkard Dregger, CDU: „Ich empfehle ja Hafermilch!“), das zeigte sich vor allem beim Verhandeln, beim Ringen um die besten Lösungen für diese Stadt.“