Stromsparen in Berlin: Wall erwägt Werbetafeln nachts länger abzuschalten
Der Betreiber der Werbetafeln reagiert auf die Checkpoint-Kritik. Die nächtliche Dunkelzeit von 1 bis 5 Uhr könnte ausgedehnt werden – gegebenenfalls. Von Stefan Jacobs
Nachdem wir hier gestern die stromfressenden Werbetafeln angeprangert hatten, hat die Betreiberfirma Wall auf CP-Anfrage Zahlen zum Thema genannt. Demnach verbrauchen die rund 300 „digitalen Stadtmedien“ in ihrer Obhut je nach Standort und Format zwischen 2300 und 28.000 Kilowattstunden pro Jahr – zertifizierten Grünstrom wohlgemerkt. Man prüfe, die bei vielen Anlagen schon übliche nächtliche Dunkelzeit von 1 bis 5 Uhr weiter auszudehnen. Beliebig abschalten könne man die Dinger aber aus vertraglichen und praktischen Gründen nicht, weil beispielsweise manche Tafeln BVG-Haltestellen beleuchten oder im Katastrophenfall Passanten warnen sollen. Im Übrigen seien Stadtmedien „in Relation zur Reichweite das effizienteste Medium“, teilt die Pressestelle mit, die nichts ahnt von dem einsamen Teelicht auf dem nächtlichen Balkon, in dessen Schein dieser CP geschrieben wird.