Immer mehr Touris
Auch Auswärtige mögen Berlin: Die Zahl der Besucher ist im ersten Halbjahr um 4,4 Prozent gestiegen, sodass sich fürs laufende Jahr der nächste Rekord abzeichnet. Wobei der Durchschnittsgast nur zweieinhalb Tage bleibt – und sich laut „Qualitätsmonitor Deutschland“ an Sehenswürdigkeiten, Kunst und Kultur, Stadtbild und Geschichte (in dieser Reihenfolge) erfreut. Party und Nachtleben stehen nur an zehnter Stelle. Vielleicht ein gutes Argument, mal die dauernde nächtliche Knallerei am Osthafen und anderswo herunterzufahren, über die sich CP-Leserin Steffi H. beklagt.
Touristische Zwangsverschickungen nach Schmöckwitz oder gar Spandau plant „Visit Berlin“ aber nicht, jedenfalls nicht über die schon angelaufene Werbekampagne für Tarif-B-Attraktionen hinaus. Die richtet sich vor allem an Wiederholungstäter, die Fernsehturm, Zoo & Co. schon hinter sich haben. Abgesehen vom übermäßigen Rummel in Teilen von Mitte und Prenzlauer Berg sei der Andrang halbwegs ausgewogen, sagt Visit-Chef Burkhard Kieker. 56 Prozent der Touris kamen übrigens aus Deutschland, gefolgt von Briten, Amis, Italienern, Spaniern und Niederländern.
Besonders zugelegt haben die Dänen, die Berlin ja auch auf dem Landweg ganz gut erreichen. Laut den Tourismuswerbern liegt der Flughafen TXL mit aktuell sechs Langstreckenverbindungen auf dem Niveau von Kiew und hinter Budapest. London hat 155. Und wir haben uns. Und unsere Lufthansa, deren Cheflobbyist Kay Lindemann ausrichten lässt: „Angesichts der überschaubaren wirtschaftlichen Kraft Berlins kann man von uns nicht verlangen, die Stadt mit vielen Direktverbindungen an die Wirtschaftsmetropolen dieser Welt anzubinden.“ Klar, man kann ja nicht jedes Vier-Millionen-Einwohner-Kaff bedienen. Können wir bitte Air Berlin wiederhaben (gern auch im Tausch gegen Eurowings)?!