Corona verändert die Welt, wie wir sie kennen
Corona verändert die Welt, wie wir sie kennen – und konfrontiert uns mit scheinbaren Widersprüchen. Ärzte, Wissenschaftler und die Politik fordern uns auf, „soziale Kontakte weitgehend einzustellen“ (Merkel). Galt nicht eben noch das Gegenteil? Die Aufgabe klingt verrückt: Wir sollen Gemeinschaftssinn durch Vereinsamung zeigen – Gesundheit und Überleben von Freunden, Familie und Fremden sichern, indem wir auf Abstand gehen. Dabei brauchen gerade jetzt viele Menschen Hilfe: Kranke und Kontaktpersonen, die zuhause unter Quarantäne stehen – je mehr es werden, desto schwieriger ist deren Versorgung. Und wer auch sonst schon auf das Engagement anderer angewiesen ist, spürt Corona mittelbar – so schließen zum Beispiel immer mehr „Tafeln“. Die Stadtgesellschaft ist auf beispiellose Weise herausgefordert – und muss schnell neue Wege zu ehrenamtlichem und bürgerschaftlichem Engagement finden.
Hilfe brauchen auch Selbstständige, Honorarkräfte, Gastonomen und Kulturveranstalter – der Senat hat schon mal angekündigt, den Hilfsfonds für die Berliner Wirtschaft aufzustocken und die Vorsteuer zu stunden. Doch das wird nicht reichen, die Einnahmeausfälle dürften schon bald gigantisch sein. Auch hier braucht es neue Ideen. Wie wäre es zum Beispiel damit, digitale Auftritte von Künstlern (Vorbild: die tollen Twitter-Hauskonzerte von Igor Levit) mit Spenden zu fördern?