Schlichter für Tegel-Frage gesucht

Herr Schlichter, was spricht er: Der Regierende Bürgermeister sucht nach einem Vermittler - nicht für die Volksbühne oder seine Koalition, sondern für die aufgeheizte Debatte um den Flughafen der Herzen. Das hat er im Berliner Parlament vorgeschlagen, welches am Donnerstag von einem Nachbeben der Stärke 9 auf der nach oben offenen Tegel-Skala erschüttert wurde, weil der Volksentscheid pro Offenhaltung ausgegangen war. Müller schwebt eine „anerkannte, neutrale Persönlichkeit“ vor, die eine Kommission oder einen Runden Tisch leiten könnte, um alle Folgen des Weiterbetriebs zu prüfen (die Idee gehört zu einem Fünf-Punkte-Plan für Tegel). Vorbild wohl ist die Auseinandersetzung um Stuttgart 21, wo der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler die Diskussionen moderierte - und sich am Ende für S21 aussprach.

Aber wer könnte den Job machen? Leicht dürfte es nicht  werden, einen geeigneten Kandidaten zu finden, wenn man so in die Liste der anerkannten Schlichter schaut: Geißler ist ja leider kürzlich gestorben, Alt-Kanzler Gerhard Schröder hat einen guten Job in Russland, Kurt Biedenkopf, Ex-König von Sachsen, scheint befangen wegen der Flughäfen Dresden und Halle-Leipzig. Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck scheidet ja wohl auch aus. CP-Idee: Müller könnte ja mal Günther Jauch fragen. Der moderiert doch eh schon alles. Weitere Personalvorschläge mit kurzer Begründung übrigens gern an checkpoint@tagesspiegel.de