Bronzen aus Benin werden von Berlin endlich zurück gegeben
Im jahrzehntelangen Restitutionsstreit um die Benin-Bronzen geht es endlich voran: Die koloniale Raubkunst wird zurückgegeben. Am Freitag sollen Außenministerin Annalena Baerbock und Kulturstaatsministerin Claudia Roth und ihre nigerianischen Kollegen ein Abkommen unterzeichnen. „Ein längst überfälliger Schritt“, sagt CDU-Berlin-Kulturpolitikerin Stefanie Bung. „Berlin muss sich seiner Verantwortung stellen und die geraubten kolonialen Kulturgüter bedingungslos zurückgeben.“ Bei der Unterzeichnung dabei sein soll auch Herrmann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Nicht immer machte er sich für die Rückgabe kolonialer Beutekunst stark, im Gegenteil: 2011 schrieb er in einer Broschüre des Humboldt Forums, die koloniale Sammlung sei „auf legale Weise“ entstanden. „Die Berliner Museen sind deshalb rechtmäßiger Besitzer ihrer Bestände“ (Broschüre auf der Seite der Stiftung, Seite 31). Nun wird er also feierlich bekennen, dass er die koloniale Raubkunst als solche anerkennt – oder ist seine Teilnahme der Versuch, sich mit den Bemühungen hin zu einem postkolonialen Umgang zu brüsten, damit niemand merkt, dass den eigentlich andere vorangetrieben haben?