Verbraucherschutz: Endlich reinen Wein einschenken

Gute Nachrichten sind ja – liegt’s am Herbst? – zurzeit rar gesät. Überraschung: Berliner sollen künftig schon an der Eingangstür von Restaurants, Cafés oder Bäckereien erkennen können, wie es um die Sauberkeit steht. Ein Transparenzbarometer (grün/gelb/rot) soll über die hygienischen Verhältnisse in den Läden informieren – das geht aus einem Gesetzesentwurf von Verbraucherschutzsenator Dirk Behrendt (Grüne) hervor, der dem Tagesspiegel vorliegt. „Die Menschen sollen wissen, was sie erwartet. Sie können ja nicht selber in der Küche nachschauen“, sagt Behrendt – was so richtig wie offensichtlich ist. Bislang versteckten die Berliner Gesundheitsämter die Ergebnisse von Hygienekontrollen aber gern mal im Keller des Rathauses, wo garantiert niemand irgendwessen Suppe auslöffelte. Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) trägt Behrendts Vorstoß übrigens mit, auch weil der Senator verspricht: Während der Pandemie tritt das Gesetz nicht mehr in Kraft. Danach dann aber bitte reinen Wein einschenken. Santé!