Cocktails nicht zum Feiern geeignet
Zu den Besäufnisanstalten, die sich am vergangenen Sonnabend nicht an die Schließungsverfügung des Senats hielten, gehört das „TiER“ in der Neuköllner Weserstraße. Mein Kollege Sebastian Leber war für seine Reportage gegen 21.45 Uhr hier, gesehen und gehört hat er das:
„In der Raucherkneipe „Tier“ wird dagegen gefeiert. Der Laden ist voll, die Gäste sitzen und stehen eng beieinander. „Morgen leider nicht mehr“, erklärt die Bedienung. „Eigentlich hätten wir heute schon nicht mehr aufmachen dürfen.“ Sie hätten irgendwie zu spät von der Senatsentscheidung erfahren. „Jetzt nehmen wir mit, was geht.“
Das hat dem Betreiber des Ladens nicht gefallen, wahrscheinlich war er beleidigt, dass wir sein Etablissement als „Raucherkneipe“ tituliert haben, jedenfalls schreibt er uns unter der Überschrift „Gegendarstellung“ u.a.:
„Unwahr ist, dass in der Rauchkneipe TiER gefeiert wurde. Wahr ist, dass an diesem Abend in der Cocktailbar TiER nicht gefeiert wurde, es wurden lediglich Cocktails und andere Getränke getrunken.“ Außerdem sei die Bar „kaum gefüllt“ gewesen.
Und jetzt fragen wir uns: Lässt sich mit Cocktails und anderen Getränken in Neukölln nicht feiern? Warum erfahren wir das erst jetzt? Und wie kann eine Bar kaum gefüllt sein, wenn sie voll ist wie die feiernden Gäste? Wir werden der Sache im Dienst der Aufklärung auf den Grund gehen wie einem leckeren Cocktail im Glas, Rerum Cognoscere Causas. Und dazu schauen wir uns das kleine Video von dem Abend im TiER nochmal an, ich will da auch gar nicht zuviel von dieser Party erzählen, das ist im Berliner Nachtleben ja eher verpönt. Don't drink and tell, aber so viel kann ich verraten: Es ist voll beindruckend – oder heißt es: beeindruckend voll?