Was hat die Erhöhung der Müll-Bußgelder gebracht?
Manche reden Müll, alle machen Müll – und zwar jede Menge. Damit der nicht andauernd auf Berlins Straßen geschmissen wird, gilt seit Mitte November ein neuer Bußgeldkatalog, der das vorsätzliche Vermüllen bis zu fünfmal teurer macht. Und, hilft’s denn, zumindest den entleerten Bezirkskassen? Als Antwort ergibt eine Checkpoint-Umfrage ein entschlossenes Vielleicht.
Reinickendorf hat etwa im Dezember und Januar 17.810 Euro an Müll-Bußgeldern erlassen – deutlich mehr als die 355 Euro im Vorjahreszeitraum. Der Bezirk führt das auch auf neu patrouillierende Waste Watcher zurück. Friedrichshain-Kreuzberg hat inzwischen ein neues Bußgeld von 250 Euro für eine weggeworfene Zigarettenkippe erhoben – anstatt 80 bis 120 Euro nach dem alten Katalog. Tempelhof-Schöneberg fürchtet allerdings, dass mit höheren Bußgeldern mehr Widerspruchsverfahren einhergehen.
In Charlottenburg hat man sowieso andere Sorgen. „Dem Bezirk war es wichtig, zunächst aktiv Gefahren durch Eis und Glätte zu beseitigen“, schreibt Bezirksstadtrat Oliver Schruoffenegger (Grüne). „Die Ausschau nach Müllsündern geriet daher in den Hintergrund.“ Nun, da das Eis schmilzt, dürfte der Dreck wieder zum Vorschein kommen.