„Geisterspiele“ – immerhin ohne Rassismus im Stadion
„Purzelchen gehören zu Union“ heißt eine Petition, die 1.924 Fans unterschrieben haben – Ende der Saison muss „Omas“ Kaffeebude an der Alten Försterei dichtmachen. Kaum viel mehr als diese 1.924 Fans dürften überhaupt ins Stadion, wenn unter Corona-Bedingungen wieder Spiele mit Publikum ausgetragen würden (nur Sitzplätze, je eine Reihe und einen Sitz Abstand). Dazu Union-Podcasterin Stefanie Fiebrig: „Ob es sich mit Mund-Nase-Bedeckung gut singen lässt? Ich zweifle daran. Ob sich mit 1,50 m Abstand zu Nebenmann und Nebenfrau überhaupt eine Art von Dynamik entwickelt? Ich fürchte nicht. Ob es möglich ist, mit 1000 Leuten die Alte Försterei zum Beben zu bringen? Wohl kaum. Es bleibt geisterhaft.“
Einen Vorteil haben Geisterspiele in der Bundesliga ja: Es gibt weniger Rassismus im Stadion. Anfang Februar wurde Hertha-Profi Jordan Torunarigha auf Schalke von Zuschauern so lange gereizt und beleidigt, bis er die Nerven verlor und vom Platz flog. Die Täter konnten sich in Ruhe das Spiel zu Ende anschauen – und jetzt wurde auch noch das Ermittlungsverfahren eingestellt. Dem Fußball-Podcast „Doppelspitze“ teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass „keine weiteren Ermittlungsansätze zu erkennen sind“. Solange nicht mehr Leute dagegen aufstehen, wenn ihr Nachbar sich mit rassistischen Sprüchen strafbar macht, wird sich das auch anderswo kaum ändern.
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