Giffey und Wowereit wollen Verwaltungschaos beheben

Einen Tag nachdem Ex-Regierender Klaus Wowereit (SPD) verkündete, die Verwaltung der Stadt, die er jahrelang regiert hat, sei „schlechter aufgestellt als jede Kreissparkasse“ (CP von gestern), stimmt die bald Regierende (auch SPD) ein. Im Tagesspiegel-Interview fordert Franziska Giffey mehr Macht des Senats gegenüber Berlins Bezirken: „Bei Projekten von gesamtstädtischer Bedeutung oder Wohnungsbauvorhaben muss es die Möglichkeit des Durchgriffs geben.“ Die Bürgerämter hingegen seien Bezirkssache, aber sollen 2022 wieder funktionieren und in Personalfragen „zweckgebundene Zuweisungen“ erhalten können. Das sagte Giffey meinen Kolleg:innen Sabine Beikler und Julius Betschka.

Vielleicht sagt sich das ein wenig leichter, wenn man nicht mehr (Wowereit) oder noch nicht ganz (Giffey) Herrscher:in über das herrschende Chaos ist. Vor allem das regiere Berlin nämlich, schreibt Autor Jens Bisky im „SZ“-Feuilleton. „Die dysfunktionale Verwaltung dieser Stadt ist das entscheidende Problem der Berliner Gegenwart“, zermürbe die Stadtgesellschaft. Checkpointerin Anke Myrrhe kommentiert: „Vielen ist das Lachen spätestens seit der Pandemie vergangen, als es plötzlich um mehr ging als einen gültigen Reisepass oder die Unmöglichkeit einer Wohnungsummeldung innerhalb der gesetzlichen Frist.“