Die Seychellen und ihr Honorarkonsul
Die Republik der Seychellen hat eine neue Adresse, meldet das Amtsblatt – sie residiert jetzt am Lietzenseeufer 2, was sicher auch Honorarkonsul Nikolaus Fuchs gefällt. Die Älteren unter uns erinnern sich: Ja, das ist der Mann, der Anfang der neunziger Jahre als Geschäftsführer einer Marketing GmbH die Olympischen Spiele 2000 kaufen sollte, im Auftrag der Senatskanzlei. Dazu legte seine Truppe die „Astrid-Dossiers“ an – Aufzeichnungen über sexuellen Neigungen und Trinkgewohnheiten der IOC-Mitglieder. Den Rechercheauftrag beschrieb einer der Beteiligten später so: „Wer will Geld, wer will Weiber, wer will Jungs, wer will Drogen.“ Nur 7 von 91 Funktionären seinen nicht bestechlich gewesen, stellten die Berlinwerber damals fest – Sydney hatte dann aber wohl doch mehr zu bieten. Als Referenz mag Fuchs dieses Kapitel seines Lebens jedenfalls nicht herausstellen – auf der Website von „Lexington Consulting“, wo er als „Geschäftsführender Gesellschafter“ firmiert, ist unter dem Punkt „Berufserfahrung“ dazu nichts zu lesen. Zu lesen ist aber, wie Fuchs den BER eröffnet hätte – und zwar in einem „Handelsblatt“-Gastbeitrag von 2013, Überschrift: „Berliner Airport-Rettung leicht gemacht“. Tja…