Ehemaliges Ku'damm-Karree: Entsteht hier Berlins nächste Bauruine?

Eigentlich sollte das milliardenschwere Areal in diesem Jahr fertiggestellt werden. Nun berichtet die Senatsverwaltung jedoch von größeren Geldproblemen. Von Nina Breher

Ehemaliges Ku'damm-Karree: Entsteht hier Berlins nächste Bauruine?
Das Hochhaus des früheren Ku’damm-Karrees in Berlin-Charlottenburg wurde für neue Büros im Projekt „Fürst“ entkernt. Foto: Cay Dobberke/Tagesspiegel

Seit Wochen wird über mögliche finanzielle Schwierigkeiten des Ku’damm-Karree-Investors spekuliert. Auf der Baustelle des „Fürst“ passiert seit Wochen kaum etwas. Von „Schwierigkeiten bei erforderlichen Nachfinanzierungen“, „widersprüchlichen Interessen aller Investoren“ und einer „Gemengelage“ spricht nun die Senatsverwaltung in einer am Mittwoch veröffentlichten Antwort auf eine schriftliche Anfrage von Linken-Abgeordneten.

Zur Frage, ob das bereits ein Baustopp sei, kann die Senatsverwaltung auf Anfrage nichts sagen. Sie verweist an das zuständige Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. Auch das will „zu finanziellen Schwierigkeiten des Bauherrn nicht spekulieren und schlägt deshalb vor, sich direkt an den Bauherrn zu wenden.“ Gesagt, getan – leider reagierte der am Mittwochabend nicht mehr auf eine Anfrage.

Das Karree, Standort vom „Theater am Kurfürstendamm“, hat siebenmal den Besitzer gewechselt, zuletzt für 1,02 Milliarden Euro. Es gehörte einst dem Land Berlin, dann einer Tochterfirma der Deutschen Bank, einem US-Investmentfonds, teilweise dem russischen Oligarchen Mikhail Opengeym und ist aktuell Eigentum einer Gesellschaft in Luxemburg. Ob demnächst jemand das Wort Baustopp in den Mund nimmt?