Von empfindsamen Berlinern und schwankenden Lampen
Anwohner im Berliner Süden berichten am Wochenende von einem Erdbeben. Offenbar schuld: ein Konzert – Messungen ergaben immerhin „Mikrobeben“. Von Lorenz Maroldt
Die Meldung „Erdbeben in Berlin“ erschütterte am Wochenende die Stadt – Ausläufer davon waren in ganz Deutschland zu vernehmen (der Meldung, nicht des Bebens). Ausgelöst wurde sie (die Meldung) durch einen Augenzeugenbericht aus Neukölln („Das Haus schwankte, meine Stehlampe schwankte auch“) sowie die Ermittlung eines privaten Erdbebenforschers, der eine Karte des „Schüttergebiets“ veröffentlichte und zum Schluss kam:
„Das von einigen Anwohnern im Süden Berlins verspürte ‚Erdbeben‘ am Freitagabend kann nun mit großer Sicherheit auf ein Konzert auf dem Tempelhofer Feld zurückgeführt werden. Auswertungen von drei umliegenden Stationen ergeben etwa Magnitude 1.4.“
Wow … an schwankende Gestalten sind wir in Berlin ja gewöhnt, vor allem an Wochenenden. Aber schwankende Stehlampen, schwankende Häuser wegen ein bisschen Musik? Und das bei Magnitude 1.4! Eine echte Sensation, denn alles unter Stärke 2 gilt als „Mikrobeben“ und ist nach international gültiger Forscherformel „nicht spürbar“. Immerhin ist so der Beweis erbracht, dass in Neukölln manche Leute ganz besonders empfindsam sind (oder vielleicht auch nur etwas empfindlich).