In Treptow-Köpenick wollen sie keine Aufzüge

Im Südosten dürfen vielerorts keine Aufzüge an Wohnhäusern angebaut werden. Geht diese Regel zulasten von Behinderten und Senioren? Aus dem Checkpoint. Von Lorenz Maroldt.

In Treptow-Köpenick wollen sie keine Aufzüge
Foto: Ottmar Winter

Der Anbau von Aufzügen an Wohnhäusern ist jetzt auch in Alt-Treptow, Niederschöneweide und Oberschöneweide verboten, die Begründung: Das ist hier „kein Standard“ – und könnte „Aufgrund der Vorbildwirkung“ Entwicklungen in Gang setzen, die „eine überdurchschnittlich hohe Verdrängungsgefahr“ nach sich ziehen. Ok, die Politik bemüht sich zu Recht, die rasante Gentrifizierung vieler Kieze zu bremsen. Aber warum geht sie dabei nicht etwas fantasievoller vor (z.B. gebundene Förderung), damit auch alte und behinderte Menschen so lange wie möglich in ihren Wohnungen bleiben können? „Inklusion“, „barrierefreies Wohnen“ und die „Senior*innenfreundliche Stadt“ sind vertraglich vereinbarte Koalitionsziele. Oder ist der Zusatz „Ausnahme: in Erhaltungsgebieten“ nur vergessen worden?