Senat plant mehr Windräder in Berlin – auch in Wäldern und auf Häusern

Von Wahlen zu Windmühlen: Der Senat will den Aufbau von deutlich mehr Windrädern in der Stadt. Besonders in Gewerbegebieten, an Autobahnen und auf Hausdächern sollen sie Strom produzieren. Die grüne Klimaschutzsenatorin Bettina Jarasch will aber auch vor Berlins Wäldern nicht stoppen: „Wir werden das nicht ausschließen können, wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen.“ Für die Bundes-CDU ist der Berliner Vorstoß ein Albtraum: Sie begründet ihre Ablehnung von Windrädern mit den doppelzüngigen Berlinern, die zwar Windenergie forderten, aber selbst nichts bauten. „Man kann aus Berlin heraus einfach sagen, dass man unbedingt mehr Windräder aufbauen soll, aber in Berlin-Mitte stehen auch keine Windräder“, hatte Armin Laschet im Wahlkampf gesagt.

Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Sepp Müller (Grüße nach Sachsen-Anhalt!) erklärte 2019 sogar, er lasse die 1000-Meter-Abstandsregel fallen, sobald ein Windrad im Tiergarten steht. Gestern schrieb Müller dazu auf Twitter: „Ich stehe zu meinem Wort.“ Der Senat könnte also Historisches entschieden haben – und mit Berliner Windkraft die ganze Bundesrepublik durchpusten. Ein Stück Berliner Extravaganz behält man sich aber schon vor: Kein einziges Windrad darf auf das freie Tempelhofer Feld. Das bestätigte ein Sprecher von Bettina Jarasch auf Checkpoint-Anfrage. Warum Wähler verstimmen, wenn man auch Wald roden kann.