Bildungssenatorin empfiehlt Berliner Schülern „einfach mal ein Briefchen an die Freundin“
Die neue Schulsenatorin Busse versuchte am Dienstag, die aktuellen Corona-Regeln zu erläutern – ein babylonisches Kommunikationsgewirr folgte. Aus dem Checkpoint. Von Lorenz Maroldt
Wir hören mal rein, was Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse gestern nach der Senatssitzung zu sagen hatte. Hinweis für Bluthochdruckpatienten: Bitte achten Sie darauf, dass Sie Ihren Betablocker eingenommen haben. Und los:
+ Erster Satz, nachdem Franziska Giffey und Gesundheitssenatorin Ulrike Gote bei der Senatspressekonferenz ihre Statements abgegeben hatten: „Eigentlich ist ja schon alles gesagt worden.“
+ Über Amtsarzt Patrick Larscheid, der das Aussetzen der Präsenzpflicht eine „entsetzliche Dummheit“ genannt hatte: „Das bringen die Zeiten mit sich. Das halte ich für normal. Ich bin ja nicht die Lehrerin, die ihn bestraft und ihm das Bienchen wegnimmt.“
+ Über die plötzliche Kehrtwende, jetzt doch die Präsenzpflicht auszusetzen: „Alles hängt hier mit allem zusammen. Der Zeitpunkt ist günstig. Am Freitag sind Ferien, da passieren jetzt nicht mehr so ganz wichtige Dinge. Das ist die beste Zeit im Jahr, die wir nehmen können.“
+ Zur Frage, ob sie früher und besser über die Änderungen hätte informieren müssen: „Die Schulen haben sich immer nach ihren Möglichkeiten bemüht, jeden Tag ins Portal alle Angaben einzugeben. Und ich denke, das ist auch so geschehen.“
+ Warum Sitznachbarkinder von positiv getesteten Schülern nicht mehr in Quarantäne müssen (ungekürzte Originalfassung): „Weil ja auch auf alle… (hier stöhnt die Senatorin kurz auf) … seit ewigen… auf die Sicherheitshinweisungen… Abstand, Lüften, Lüftgeräte und alles, Maske ist Pflicht… (hier nickt die Senatorin wiederholt zur Bestätigung ihrer Worte) … und das gibt eben die Sicherheit.“
+ Ob Distanzunterricht sichergestellt ist: „Das geht einmal digital, aber bei den Jüngsten gibt es auch analoge Angebote in Lernumschlägen. Telefonischer Kontakt ist genauso wichtig, ein-, zweimal die Woche. Da gehört auch einfach mal ein Briefchen der Freundin dazu.“
+ Warum kam die Präsenzpflichtaussetzung so überstürzt? „Wir leben unter Druck seit zwei Jahren. Aber wir haben auch kommuniziert an die Lehrkräfte, aufgrund ihrer Möglichkeiten in der Situation die Kinder angemessen zu versorgen. Wir hatten gehofft, so lange wie möglich die absolute Präsenz aufrechtzuhalten. Nun hat Omikron auch hier überholt.“
+ Wie es nach den Ferien weitergeht: „Die Kollegen werden in der unterrichtsfreien Zeit die Aufgaben für nach den Ferien vorbereiten. Das tun gute Lehrerinnen und Lehrer so.“
+ Ob Sie die Schulen ausreichend informiert hat? „Ja, zuletzt gestern.“
+ Was die Senatorin sonst noch zu sagen hatte: „Wir haben uns entschlossen, den Kindern für zu Hause einen Test mitzugeben. Dann können sie sich, bevor die Schule wieder anfängt, schon mal testen lassen.“
Genau eine Stunde dauerte die Pressekonferenz (falls Sie die Nerven dafür haben: Eine Aufzeichnung finden Sie hier).