Soundwalk über das AEG-Areal Oberschöneweide
Samstagmittag – Und nochmal Geschichte: Elektropolis lautete der Spitzname des ehemaligen AEG-Areals in Oberschöneweide, wo 1895 das erste Drehstrom-Kraftwerk Europas den Ausgangspunkt der Elektrifizierung Berlins bildete. Als etwa die elektrischen Straßenlaternen angeschlossen wurden, sahen nicht wenige darin die Verwirklichung der futuristischen Vision, die Nacht zum Tag zu machen und die Menschheit von der Natur zu emanzipieren. Die Hallen wurden übers Jahrhundert verschiedentlich genutzt, Zwangsarbeiter wurden hier zur NS-Zeit wie Verbrauchsmaterial verschlissen, nach dem Krieg wurde das Areal zum Herz der ostdeutschen Energiewirtschaft und spielte sogar eine Nebenrolle in der Frauenbewegung. Holger Kuhla und Jakob Erek Sen haben einen Soundwalk über die Anlage gestaltet, der all das und mehr anschaulich vermittelt. An fünf Standpunkten lässt man dazu sein Smartphone QR-Codes auslesen und setzt die Kopfhörer auf. Ab 17 Uhr findet heute zudem in der Spreehalle ein arty Sommerfest mit Kunst und kulinarischen Leckereien statt.