Was nützt Wohlstand, wenn Wasser fehlt? Nach den Waldbränden in Brandenburg ist eine tatkräftige Klimapolitik unerlässlich
Lange Dürreperioden, starke Hitzewellen, krasse Temperaturunterschiede – alles längst vorausgesagt. Doch immer noch zaudert die Politik. Ein Kommentar. Von Julius Betschka
Klima I: Das Wetter spielt verrückt, heißt es oft… wirklich? Es ist zu unserem Unglück wenig Verrücktes an der Klimakrise. Vieles ist genau vorhersagbar und lange vorhergesagt worden: lange Dürreperioden, starke Hitzewellen, krasse Temperaturunterschiede. Regen hat gestern gerade noch rechtzeitig die Waldbrände im knochentrockenen Brandenburg unter Kontrolle gebracht. Dass Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nach Ausbruch des Ukraine-Krieges als Erster einen möglichen Kohleausstieg im Jahr 2030 in Frage stellte, erscheint vor diesem Hintergrund politisch fast suizidal. Was nützt ein Job, wenn das Haus abbrennt? Was nützt Wohlstand, wenn Wasser fehlt? Die Folgen sind vorhersehbar und wenig verrückt. Verrückt sollte eine Politik genannt werden, die notwendiges Handeln gegen die sogenannte Klimakrise aufschiebt. Sie dürfte eine Menschheitskrise werden.