Herrmann für Einsatz der Bundeswehr in Friedrichhain-Kreuzberg
Die antimilitaristische Front in Friedrichshain-Kreuzberg bröckelt, aber noch fällt sie nicht. Die BVV verwies gestern Abend einen Antrag zum Einsatz der Bundeswehr bei der Pandemiebekämpfung in den Sozialausschuss – obwohl Bürgermeisterin Monika Herrmann gestern überlief: „Jede helfende Hand wäre uns in dieser Lage willkommen“, sagt sie dem Tagesspiegel. Noch mehr Kreuzberg gefällig? Bitte sehr: Auch ein Antrag der FDP auf „würdevollen Rücktritt“ von Baustadtrat Florian Schmidt fand keine Mehrheit – die SPD enthielt sich in der Bauaufsichtsaffäre Rigaer 94. Heizpilze lehnte die BVV allerdings ab. Und dann kam noch heraus, dass die ehemalige Gerhart-Hauptmann-Schule nun doch kein internationales Zentrum für Geflüchtete wird – es fehlen die erforderlichen Sanierungsmittel von 14 Millionen Euro.
Die Zustände in Berlins berühmtestem Bezirk kommentiert Julius Betschka im Tagesspiegel heute so: „Manchmal erscheint Friedrichshain-Kreuzberg wie eine Schlingensief-Perfomance: Völlig drüber, schmerzhaft, am Rande der Legalität, aber augenöffnend für die Ungerechtigkeiten unserer Zeit.“