Wegner verteidigt Dobrindt – braucht’s einen Integrationskurs „Berlin“ für die CDU?

Die Aussagen wirken wie ein Rückfall in die Neunziger: Damals trat der CDU-Politiker Roland Koch eine Kampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft los. Der Slogan: „Kinder statt Inder“. Heute spricht CSU-Politiker Alexander Dobrindt wieder vom „Verramschen der Staatsbürgerschaft“, weil die Bundesregierung Einbürgerungen für gut integrierte Menschen, für langjährig Geduldete erleichtern will. Verramschen, das löst was aus im Kopf: Hier der Qualitätsstempel „deutsch“, dort der unwürdige Ausländer.

Berlins CDU-Spitzenkandidat Kai Wegner glaubt: Dobrindt habe das alles nicht so gemeint. Klare Regeln für Einwanderung wolle er genauso wie Dobrindt, nichts anderes könne dieser im Sinn gehabt haben. Wegner spielt das doppelte Spiel der CDU unter Friedrich Merz mit: Scharf rechts blinken, dann doch noch abbremsen. Merz hat die Debatte inzwischen wieder runtergekocht. Aber dass ausgerechnet die Hauptstadt-Union Verständnis für diesen Anfall von Rechtspopulismus zeigt? Vielleicht braucht der CDU-Chef und womöglich nächste Regierende Bürgermeister in dieser Sache selbst noch einen Integrationskurs „Berlin“.