Wenn ein werdender Vater wegen Corona nicht zu seiner Familie kann

Josephina Cruz erwartet im August ihr Kind. Doch ihr Partner sitzt auf den Kapverden fest. Helfen soll Linkenpolitiker Stefan Liebich. Von Julius Betschka

Wenn ein werdender Vater wegen Corona nicht zu seiner Familie kann
Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Nochmal Pandemie: Die Grenzen für unverheiratete Partner aus Drittstaaten sind in Deutschland noch immer dicht, während in Mallorca und am Goldstrand schon die Kronkorken tanzen. Unter dem Hashtag #loveisnottourism sammeln Betroffene seit Wochen ihre Erfahrungen. Josephina Cruz erwartet am 7. August ihr Kind, ihr Partner ist auf den Kapverden – sie in Deutschland. Cruz hat sich an den Berliner Bundestagsabgeordneten Stefan Liebich (Linke) gewandt: „Ich bin echt verzweifelt und weiß nicht mehr, wer uns noch helfen könnte“, schreibt die Frau. Seit April will sie ihren Freund nach Deutschland holen, aber der zuständige Honorarkonsul und die deutsche Botschaft in Dakar verweigern die Einreise. Obwohl der Europäische Rat geraten hatte, aus „zwingenden familiären Gründen“ Einreisen auch aus Drittländern zuzulassen. Obwohl der Sprecher des Innenministers, Steve Alter, die Reise nach Deutschland explizit für solche Fälle zugesagt hatte. Liebich: „Der Sprecher Horst Seehofers versicherte erst am vergangenen Freitag den #LoveIsEssential-Protestierenden, dass die Einreise von Vätern zur Geburt ihrer Kinder möglich sei.“ Der Fall ziehe sich seit Monaten. „Das geht so nicht“, sagt Liebich. Wir sagen: Liebe ist kein Tourismus.