Wegner und seine Sommer-PK

In Berlin lud der Regierende Kai Wegner gestern die Hauptstadtmedien zu einer „Sommerpressekonferenz“ – ganz nach dem Vorbild des Bundeskanzlers (warum nicht schon Franziska Giffey auf diese Idee gekommen ist, bleibt ein Rätsel).

Wegner jedenfalls scheint einen erholsamen Urlaub gehabt zu haben. „Sie sehen einen motivierten und, ja, auch optimistischen Regierenden Bürgermeister“, sagte der CDU-Mann zu Beginn, um dann einmal durch die großen Berlin-Themen zu pflügen.

Viel Neues kam dabei nicht zum Vorschein. Die notwendigen Milliarden-Einsparungen im Haushalt seien eine „riesengroße Herausforderung“, die Verwaltungsreform soll „ein großer Wurf“ und die Qualität in der Bildung müsse besser werden. Konkrete Nachfragen drückte Wegner mit seinem umarmenden Kommunikationsstil beiseite.

Nur bei einem Thema gab‘s eine deutliche Akzentverschiebung: „Ich glaube, dass für viele Berlinerinnen und Berliner dieses 14-Tage-Ziel ehrlicherweise gar nicht so wichtig ist“, sagte Wegner mit Blick auf Berlins Bürgerämter. Wie praktisch! Denn genau an diesem Versprechen scheitert Wegner seit Beginn seiner Amtszeit.

Wichtiger sei, dass die Berliner die Verwaltungsdienstleistungen zeitnah in Anspruch nehmen können – ob mit oder ohne Termin. Damit dürfte Wegner gar nicht so verkehrt liegen. Denn das beste Mittel gegen Terminmangel ist natürlich, erst gar keinen Termin zu brauchen und Anträge mit einem Klick von zu Hause aus zu stellen. Schon Tocotronic wusste: „Digital ist besser“ (der Song kommt, Sie ahnen es, auf unsere Checkpoint-Sommerplaylist).

Eine Übersicht, welche Behördengänge Sie in Berlin bereits heute digital und ohne Termin erledigen können, finden Sie hier. Ab Oktober soll dann endlich auch die An- und Ummeldung des Wohnsitzes dazukommen.