Müllers Corona-Prämie: „Ein Schuss in den Ofen“

25.000 Landesangestellte sollen wegen Corona zusätzlich Geld erhalten. Das kommt aus einem Topf für – alle anderen Landesbedienstete. Von Julius Betschka

Müllers Corona-Prämie: „Ein Schuss in den Ofen“
Foto: Fabian Sommer/dpa

Gut gemeint ist nicht immer… kommen wir zur Prämie für „Corona-Helden“. Die hatte Michael Müller vor Wochen in einer Regierungserklärung angekündigt, jetzt wurde sie beschlossen: Bis zu 1.000 Euro sollen all jene Landesbediensteten erhalten, die die Stadt während der Pandemie am Laufen halten. Krankenschwestern, Polizisten, Mitarbeiter der Gesundheitsämter. 25.000 Menschen, 25 Millionen Euro. Klingt gar nicht schlecht. Trotz Skepsis nickten Grüne und Linke den Plan letztlich ab, selbst bei den Sozialdemokraten herrscht aber keine Begeisterung ob der Wohltat: „Das wird genau so ein Schuss in den Ofen wie das solidarische Grundeinkommen“, sagte ein einflussreiches Partei-Mitglied dem Checkpoint. Interessant ist, woher das Geld für die Helden-Prämie stammt: Es wird kein zusätzliches Budget im Haushalt angelegt (woher auch?), stattdessen zwackt der Senat bei allen anderen Landesbediensteten etwas aus dem Topf der sogenannten Berlin-Zulage ab. Statt ab November wird sie frühstens ab 2021 ausgezahlt. 150 Euro zusätzlich pro Monat hatte das Land Berlin allen Angestellten versprochen. Berlin müsse für jeden bezahlbar bleiben, hieß es als Begründung. Schnee von vorgestern. Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen…