Grüne drehen sich bei der U-Bahn im Kreis
Angetreten war die Grünen-Spitzenkandidatin Bettina Jarasch, um „Brücken zu bauen“ – vom Bau neuer U-Bahnstrecken hielt sie (wie die meisten Grünen) eher wenig. Doch die Meldung der „Morgenpost“, dass ausgerechnet die (grün geführte) Verkehrsverwaltung eine Verlängerung der U7 in beide Richtungen empfiehlt (BER und Heerstraße), kommentierte sie jetzt so:
„Gut, wenn der Senat die Debatte über neue U-Bahnlinien versachlicht. Die U-Bahn ist ein wichtiger Teil der Verkehrswende.“
Hm, demnach wäre wohl auch das gleichzeitige Vorwärts- und Rückwärtsfahren ein wichtiger Teil der Verkehrswende; zumindest scheint es ein elementarer Bestandteil von Jaraschs Wahlkampf zu sein. Vielleicht will sie die Berliner Untergrund-Bahnen demnächst aber auch nur noch über Brücken fahren lassen, das Oben und Unten ist schließlich auch ein wichtiger Teil der Verkehrswende, ebenso wie das Drunter und Drüber. Die grüne Wirtschaftssenatorin Ramona Pop, die den Zug ins Chefzimmer im Roten Rathaus vor ein paar Wochen verpasst hatte, stieg jedenfalls gleich ein und reagierte ironisch jubelnd so:
„Weitere Linien werden folgen! Freue mich darauf, und: Jede Senatsdebatte ist selbstverständlich sachlich.“
Anmerkung der Redaktion: Früher haben sich die Grünen auch fürs Klima interessiert. Nach aktuellen Berechnungen für ein Gutachten (hier nachzulesen) amortisiert sich der Umweltbauschaden einer U7-Verlängerung erst nach 128 Jahren (unter Berücksichtigung der überirdischen Teilstrecken). Bis dahin dürfte nicht nur den Nachnachnachfolgern der heutigen Grünen-Generation das Wasser bis zum Hals stehen.