Beitrag von Björn Seeling

Irgendein Dienstagnachmittag, long, long time ago, im alten Tagesspiegel-Haus. Die Tür zur Berlin-Redaktion fliegt auf, eine kleine, elegante, rothaarige Frau betritt den Großraum. Ihre raschen Schritte führen sie zum Produktionstisch, wo der Ressortleiter seine Striche zieht: Mit Bleistift und Zeilenlineal zeichnet er im Maßstab eins zu eins das Layout der nächsten Ausgabe. Rathausreporterin Brigitte Grunert, ebenso legendär wie resolut, stoppt am Tisch und will den sitzenden Chef ansprechen, um die Themen der gerade beendeten Senats-PK zu bereden. Er lässt den Bleistift fallen, wendet sich der Kollegin zu, die nie um Fakten verlegen ist, dafür aber manchmal um etwas anderes. Beide sind jetzt fast Angesicht zu Angesicht. „Tach, Herr-äh-Herr-äh-Herr-äh ...“ „Maroldt!“ Beiderseitiges Zwinkern. „Ja, nu passma uff!“ Und im Handumdrehen war der Text besprochen – dank verschmitzter Kommunikation auf Augenhöhe. (Björn Seeling)