Schule soll schnellstmöglich unbenannt werden
Bleiben wir noch ein wenig im Berliner Unbildungswesen, in dem ein bekennender Nazi seit Jahrzehnten Namenspatron einer Schule ist. Es geht um Ludwig Heck (1860-1951), der 43 Jahre lang Direktor des Berliner Zoos war. Den baute er zu einem der bedeutendsten Tiergärten der Welt aus, ergänzte ihn aber auch um zweifelhafte Attraktionen wie „Völkerschauen“ und eine „vaterländische Sammlung“. Denn der Mann war nicht nur ein Fan von Braunbären: „Meine Söhne haben mir neuerdings öfter gesagt: ,Du warst schon Nationalsozialist, du hast uns schon nationalsozialistische Weltanschauung gepredigt, lange ehe das Wort erfunden war.' Das ist richtig“, schrieb er in seiner „Heiter-ernsten Lebensbeichte“. Trotzdem wurde 1956 eine Grundschule nach Heck benannt. Erst 2013 begannt die Diskussion um einen neuen Namen, mit angestoßen von der Direktorin. Nachdem es kürzlich öffentlichen Protest wegen Heck gab, kommt nun Bewegung in die Umbenennung. Nicht erst zum nächsten Schuljahr, sondern so schnell wie möglich soll die Schule den Namen der Lyrikerin und Holocaust-Überlebenden Mascha Kaléko erhalten (1907-1975).