Kreuzberger Fahrrad-Kurierdienst heißt wie russische Gulags
Die Gründer wollten sich eigentlich nach einer Filmfigur benennen. Nun rufen sie dazu auf, ihnen Ideen für neue Firmennamen zu schicken.Von Julius Betschka.
Geschichten, die nur Kreuzberg schreibt: Alternativer Fahrrad-Lieferdienst sucht alternativen Namen. „Kolyma2“, hat der Gründer seine kleine Lieferando-Alternative nämlich getauft, alles soll fair sein und im Kollektiv geführt, wohl benannt nach einer Nebenfigur aus dem Kracher-Film „Burn After Reading“. Leider ist „Kolyma“ auch der Name einer Region mit den furchterregendsten Gulags, die Josef Stalin je gebaut haben soll. Der Name steht heute synonym für ihren Schrecken. Nachdem Kollegin Maria Kotsev über das Radler-Start-up geschrieben hatte, gab es deshalb böse Kommentare für den Gründer. Zwar hat Stefano Lombardo komplexe Gedankengänge dazu parat, warum sich die Auseinandersetzung mit dem Film und dem Namen lohnt, aber: „Man kann von Menschen diese Abstraktion beim Essenbestellen nicht verlangen.“ Er freut sich deshalb über Namensvorschläge (hello@kolyma2.de). Vielleicht sollte er seinen Laden aber einfach „Burn After Reading“ nennen. In mahnender Erinnerung an den ersten Versuch.