Wundervolle Verwaltungsphrasen

Der Pakt ist das Prestigeprojekt des Senats – ein Mitarbeiter urteilt: „Kein konkretes Ergebnis“. Bleibt uns das Behördenpinpong erhalten? Von Anke Myrrhe.

Wundervolle Verwaltungsphrasen
Foto: Bernd Weissbrod/picture alliance/dpa

Wundervolle Verwaltungsphrasen stecken im Abschlussbericht des Zukunftspakts Verwaltung, eines der Prestigeprojekte des aktuellen Senats (inkl. eigenem Staatssekretär). Das Papier mit dem Titel „ZUKUNFTSPAKT VERWALTUNG. Senat und Rat der Bürgermeister ziehen Bilanz“ wurde uns nun aus eben jener Verwaltung zugespielt, aus Gründen der Fassungslosigkeit. „Es ist aus Sicht vieler Beschäftigter der Berliner Verwaltung ein Offenbarungseid“, schreibt uns der Mitarbeiter. „Kein konkretes Ergebnis, wenn man die vollmundigen Ankündigungen zu Beginn der Legislaturperiode danebenlegt. Und dieser soll nun auch noch in einer gemeinsamen Sitzung von Senat und Bezirksbürgermeistern am 15.6 gefeiert werden.“

CP-Kurzfazit: Die Aussagen werden nicht besser, wenn man Großbuchstaben verwendet und Smileys auf den Titel druckt (kein Witz).

Schauen wir doch mal, was das Papier in Sachen Behördenpingpong zu bieten hat, ah: „Klare Zuständigkeit und akzeptierte Mechanismen für Zuständigkeitsklärungen schaffen!“ (!) „Mit der Umsetzung des Zukunftspakts Verwaltung sind wir erste Schritte für eindeutige Zuständigkeiten gegangen und haben eine Vorgehensweise entwickelt, um offene Zuständigkeitsfragen zu klären. Der Prozess hat auch gezeigt: Wir benötigen … auch eine zentrale Instanz, die den Prozess moderiert und im Falle einer ausbleibenden Einigung schnell und akzeptiert eine Entscheidung fällen kann.“ Heißt: Wir brauchen einen Zuständigen für Zuständigkeiten.

Da fühlen wir uns doch gleich mal zuständig und blicken gemeinsam in die Zukunft: Einen Tag nach dem Festakt, am 16. Juni, fragen wir in einer Tagesspiegel-Live-Veranstaltung gemeinsam mit der Stiftung Zukunft Berlin, wie die Verwaltung das Behördenpingpong überwinden kann. Arbeitstitel: „Nicht zuständig!“ Eingeladen haben wir Spitzenkandidatinnen und Bezirksbürgermeister. Mal sehen, wer sich traut.