2022 wurden fast 1000 Wohnungen abgerissen: Im Wohnungsbau gilt statt „bau auf, bau auf“ immer öfter „bau ab, bau ab“
Der Senat kommt mit dem Wohnungsbau kaum vorwärts. Und statt aufzubauen, werden in Berlin immer öfter Wohnungen abgerissen. 5000 in den letzten zehn Jahren, darunter sogar intakte. Von Daniel Böldt.
„Bau auf, bau auf“ ist eines der Mottos der Wohnungspolitik unter CDU und SPD. Das gelingt nur mäßig. Auch in diesem Jahr wird der Senat sein Ziel, 20.000 neue Wohnungen zu errichten, voraussichtlich verfehlen (wo in der Stadt trotzdem gebaut wird, haben wir hier für Abonnenten aufgeschrieben). Dazu kommt: In Berlin heißt es nicht nur „Bau auf, bau auf“, sondern auch im öfter „Bau ab, Bau ab“. In den letzten zehn Jahren wurden rund 5000 Wohnungen abgerissen oder umgenutzt, allein im vergangenen Jahr 965. Die Gründe sind verschieden. Manche Gebäude sind alt und asbestverseucht – ein Abriss alternativlos. Mitunter wird jedoch auch intakter Wohnraum vernichtet, um Platz zu schaffen für neue, in der Regel teurere Wohnungen.