Wartende Wahlhelfer
Wer keine Impftermine mehr bekäme, soll Extratermine im Juli erhalten, erklärt die Landeswahlleiterin. Doch reicht das zeitlich? Von Anke Myrrhe und Thomas Lippold.
Dass die 34.000 willigen Wahlhelfenden sich langsam Sorgen um die ihnen versprochene Impfung machen, hatten wir hier bereits zu Beginn der Woche auf die Liste genommen (CP vom 4.5.). Auch sie sind seit Montag impfberechtigt, warten jedoch auf die nötige Bescheinigung der Bezirke. Die Schreiben würden „in diesen Tagen“ versendet, versicherte Landeswahlleiterin Petra Michaelis auf CP-Anfrage. „Ich gehe davon aus, dass ein großer Teil der Wahlhelfenden so selbst einen Termin vereinbaren kann, der für einen vollen Impfschutz am Wahltag sorgt.“ Für alle anderen soll es im Juli Extratermine geben. Rechnen wir doch mal zurück: Wenn von einem vollständigen Impfschutz zwei Wochen nach der zweiten Impfung auszugehen ist, müsste die zweite Spritze spätestens am 12. September gesetzt werden (Wahltermin: 26.9.). Für Astrazeneca wäre wegen der empfohlenen drei Monate Abstand der letztmögliche Termin für die Erstimpfung der 20. Juni. Na hoffentlich wird da für Juli etwas anderes bestellt.
Und was sagen die Bezirke? In Mitte verweist man unsere Anfrage an die Gesundheitsverwaltung (Ping), die eine entsprechende Frage allerdings nicht beantwortet (Pong). „Wahlhelfende mögen sich eigenständig um Impftermine bemühen, insbesondere auch bei Arztpraxen“, schreibt Sprecher Moritz Quiske. „Natürlich sehen wir uns grundsätzlich in der Pflicht, mit Blick auf die Wahlen aufmerksam zu sein.“ Aufmerksamkeit bei Wahlen kann ja grundsätzlich nicht schaden.