Berlin hat Luft nach oben

Ab sofort zeigt die Umweltverwaltung online und allgemeinverständlich, was gerade in der Luft liegt. Am ostwindigen Premierentag wehte den Messcontainern vor allem importierter Feinstaub um die Nase, aber an den Hauptstraßen auch reichlich hausgemachtes Stickstoffdioxid – wie jeden Tag und bei fast jedem Wetter. In Schulnoten bekam die Berliner Luft überwiegend Dreien und Vieren, ist also latent versetzungsgefährdet. Bei Fünf kann man eigentlich nur noch das Auto nehmen, um nicht krank zu werden. Das hat wenigstens einen Innenraumfilter.

Genauer hat die Behörde das lokale NO2-Problem aktuell auf Anfrage zweier Grüner erklärt. Sie kommt auf rund 60 Hauptstraßenkilometer mit zu dreckiger Luft. Als Abhilfe soll Falschparken (2. Reihe, Busspur, Radstreifen usw.) bekämpft werden – und zwar „im Rahmen des Möglichen“, also nicht ernsthaft. Das Weitere wird auch davon abhängen, wie das laufende Verfahren vor dem Berliner Verwaltungsgericht ausgeht. Nach allem, was die Autoindustrie und deren Cheflobbyisten im Bundesverkehrsministerium den Leuten seit Jahren als „sauber“ andrehen, sind Fahrverbote auch in Berlin und auch für relativ neue Autos zu befürchten, um den (seit 2010 verbindlichen) NO2-Grenzwert endlich einzuhalten.