„Volksentscheid Baum“: Bürgerinitiative trifft auf Schweigen der Bezirksämter

In Berlin-Kreuzberg wollen Anwohner abgestorbene Bäume ersetzen und pflegen, werden jedoch vom Bezirksamt ignoriert. Im Abgeordnetenhaus drängen auch die Grünen und Linken auf mehr Stadtgrün. Von Lorenz Maroldt.

„Volksentscheid Baum“: Bürgerinitiative trifft auf Schweigen der Bezirksämter
Foto: Imago / Schöning

Alle 15 Meter ein Straßenbaum – das ist eines der Ziele der Initiative „Volksentscheid Baum“. Dies könnte auch die zu Grauflächenämtern vertrockneten Behörden wieder ergrünen lassen, zumal viele Anwohner ihre Hilfe bisher vergeblich anbieten.

Ein Beispiel aus Kreuzberg: Hier hatte ein Checkpoint-Leser die zuständigen Stellen inkl. Stadträtin Annika Gerold (bezeichnenderweise von den Grünen) bereits vor Monaten auf einen abgestorbenen Baum in der Eisenbahnstraße hingewiesen, um Auskunft über eine mögliche Nachpflanzung gebeten und sich gemeinsam mit der Hausgemeinschaft bereit erklärt, eine Patenschaft zu übernehmen (auch für mehr als einen Baum) sowie die Wasserversorgung sicherzustellen.

Die Antwort: keine – auch nicht auf eine Nachfrage Wochen später, auch nicht auf die Meldung eines weiteren abgestorbenen Baums in der Eisenbahnstraße und die abermalige Erklärung der Bereitschaft, sich einzubringen („in der Hoffnung, endlich ernst genommen zu werden“). Doch das wird offenbar vom grün geführten Bezirksamt als übergriffig empfunden und mit Nichtbeachtung quittiert.

Eine Etage höher, auf Abgeordnetenhausebene, haben die Oppositionsfraktionen Linke und Grüne wiederum Zweifel daran, dass die Koalition die Forderung nach mehr Stadtgrün ernst nimmt – im Umweltausschuss haben sie jetzt eine Sondersitzung zum Baumentscheid durchgesetzt. Ihre Forderung: Der Senat soll erklären, wie er einen erfolgreichen Volksentscheid umsetzen würde. Im Koalitionsvertrag hatte Schwarz-Rot sich als „langfristiges Ziel“ auf 500.000 Straßenbäumen geeinigt (Bestand derzeit ca. 430.000), die Initiative will das gesetzlich abgesichert bis zum Jahr 2040 auf eine Million Bäume verdoppeln.

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