Wie und wo man in Berlin der Ukraine am sinnvollsten helfen kann
Was kann ich tun? Wie am besten helfen? Diese Fragen stellen sich gerade viele. Wir haben allein gestern mehr als 500 Anfragen und Hilfsangebote bekommen. Auch die Hilfsorganisationen sind zurzeit dabei, sehr viele Angebote von Einzelpersonen zu sortieren. Deshalb haben wir Expertinnen und Experten gefragt, welche Hilfen jetzt am sinnvollsten sind:
+ Geld. Die großen Hilfsorganisationen bitten zurzeit vor allem um das Spenden von Geld. Das ist zum Beispiel an die Aktion „Deutschland hilft“ möglich, einem Bündnis deutscher Hilfsorganisationen. Auch Caritas bevorzugt Geldspenden. „Das geht viel schneller, als hier Sachspenden zu sammeln und in die Ukraine oder deren Nachbarländer zu transportieren“, sagte ein Sprecher auf Checkpoint-Anfrage. Die Hilfsorganisationen können mit dem Geld vor Ort Hilfe organisieren, Unterkünfte, Sanitäranlagen oder Lazarette errichten.
+ Medizinische Hilfe. Bisher gibt es kein offizielles Hilfegesuch für medizinische Hilfe, teilt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mit. Das DRK sammelt aber schon Adressen und Kontaktdaten von hilfswilligen Ärzten und Sanitätern. „Ärzte ohne Grenzen“ bewertet die Lage noch. Man schicke niemanden einfach in Kriegsgebiete, hieß es aus der Pressestelle.
+ Medikamente. Wer in Berlin Medikamente spenden will, kann diese bei kleineren Vereinen abgeben. Zum Beispiel der Ukraine-Hilfe Berlin oder beim polnischen Pilecki-Institut. Es wird darum gebeten, alles gut zu beschriften.
+ Sachspenden. Neben Medikamenten ist warme Kleidung gefragt. Decken und Schlafsäcke, Powerbanks, Campingkocher, Lebensmittelkonserven, Handlampen und Erste-Hilfe-Kästen. Auch warme Kinder- und Babykleidung wird bei den eisigen Temperaturen benötigt. Von eigenständig organisierten Transporten wird abgeraten, Hilfsorganisationen organisieren Konvois an die polnisch-ukrainische Grenze.
+ Schlafplätze. 6000 Berliner sind schon bei der Wohnungsbörse des Elinor-Netzwerks für Geflüchtete registriert. Sie wird offiziell von der Senatsverwaltung für Integration unterstützt. Eine finanzielle Entschädigung für die Aufnahme gibt es nicht. Bislang reichen die Plätze in den landeseigenen Unterkünften noch aus.
+ Einreise. Kriegsflüchtlinge dürfen die Züge der Deutschen Bahn kostenlos nutzen. Die Flüchtlingshilfe „Mission Lifeline“ stellt aktuell einen Fahrzeugkonvoi zusammen. Es werden noch Fahrer gesucht. Von Allein-Reisen in das Grenzgebiet wird abgeraten.
+ Ankunft in Berlin. Freiwillige mit Sprachkenntnissen in Russisch und Ukrainisch werden dringend gesucht, um Geflüchtete an Bahnhöfen zu empfangen. Anschluss finden Hilfswillige bei der Berliner Stadtmission oder direkt am Haupt- und Ostbahnhof, am Südkreuz oder am Zentralen Omnibusbahnhof.
Hier finden Sie eine Linkliste mit rund 40 geprüften Anlaufstellen, Organisationen und Spendenkonten. Haben wir Organisationen vergessen? Schreiben Sie uns gern an checkpoint@tagesspiegel.de.