Kontrolle der Kontrolleure
Nach dem Maulkorberlass von Schulsenatorin Scheeres (CP von gestern), der in Wahrheit nur eine Meinungsäußerung war (oder ist’s genau andersrum? Man kommt da ja ganz durcheinander…) herrschen Furcht und Misstrauen im Berliner Bildungswesen. Kleines Beispiel gefällig? Die CDU-Abgeordnete Hildegard Bentele wollte Kontakt aufnehmen mit der Koordinatorin des Bildungsverbunds Lichtenberg und bat das Schulamt T’hof-Schöneberg um deren Mailadresse oder Telefonnummer. Die Antwort: „… möchte ich Sie bitten, Ihr Gesprächsersuchen an den für den Geschäftsbereich Jugend, Umwelt, Gesundheit, Schule und Sport zuständigen Bezirksstadtrat Herrn Schworck zu richten.“ Gesagt, getan. Diesmal antwortete das Büro des Stadtrats auf die Bitte um die Kontaktdaten des öffentlich geförderten Bildungsverbunds, und zwar so: „Nach Rücksprache mit Herrn Schworck teile ich Ihnen mit, dass wir Ihnen gern in einem Gespräch für Informationen zur Verfügung stehen. Jedoch bittet Herr Schworck um Verständnis, dass es erforderlich ist, dieses Gespräch gemeinsam mit dem Schulamt zu führen.“ Aus der Bitte um Kontaktvermittlung zu einer Netzwerkerin wird also ein dreifach zu belauerndes Paranoia-Gespräch. Fehlt zur Kontrolle der Kontrolleure eigentlich nur noch die Senatorin selbst.