Helga Hahnemann noch ohne Straße in Berlin

Am Anfang war das liebe Wort: „Hundertmal hab ick Berlin verflucht.“ So sang sich Helga Hahnemann erst in die Herzen von Ost- und dann von West-Berlin. Doch eine Straße ist nach der beliebten Volkssängerin noch immer nicht benannt. In Mitte war das mal versprochen und verkündet worden – direkt am Friedrichstadt-Palast, in dem „Henne“ Hahnemann oft den „Kessel Buntes“ mit ihrer Berliner Schnauze würzte. Nun aber haben sich hinterm vertriebenen Kulturgelände „Tacheles“ private Baupläne geändert und der Bezirk das Vorhaben irgendwie vergessen, wie meine Kollegin Julia Weiß herausgefunden hat (Details hier). In Treptow-Köpenick, wo Hahnemann zuletzt lebte, wird noch hin und her überlegt. In Pankow, wo Hahnemann aufwuchs und auch begraben liegt, ist man bisher nicht auf die Idee gekommen. Vielleicht kann Berlin die Zuneigung zu seiner alten Liebe wiederfinden. So wie Helga Hahnemann immer verliebt in Berlin geblieben ist (tolles Ost-Berlin-Musikvideo hier): „Hundertmal hab ick jesacht: Mit dir ist Schluss. / Hundertmal kam ick von dir nicht los. / Hundert Pillen hau‘n dagegen nich‘ hin. / Dit sitzt zu tief, dit sitzt hier drin.“