Gideon Joffe will die Jüdische Gemeinde aus dem Zentralrat der Juden führen
Aufruhr unter Berliner Juden. Anfang September stehen Wahlen an, ein neuer Vorstand der Jüdischen Gemeinde soll gewählt werden. Doch es gibt massive Vorwürfe gegen den Vorsitzenden Gideon Joffe aus den eigenen Reihen. Langjährige Mitglieder werfen ihm vor, „die demokratische Ordnung zu verlassen“. Joffe hatte zuvor durch eine Änderung der Wahlregeln Mitglieder vom Antreten bei der Wahl ausgeschlossen. Außerdem hat er sich selbst ein Ruhegehalt für die Zeit nach seiner Amtszeit verschrieben. „Die Gemeinde ist für ihn und seine Leute zum Selbstbedienungsladen geworden“, sagt etwa Mario Marcus, der in der Gemeinde lange Jahre engagiert ist. Wie Joffe auf die Vorwürfe reagiert?
Der langjährige Vorsitzende will seine Gemeinde notfalls sogar aus dem Zentralrat der Juden führen. „Wir kämpfen für die Autonomie der Gemeinden und nehmen zur Not auch zwei Jahre Ausschluss aus dem Zentralrat in Kauf“, sagte Joffe mir am Sonntag. Es seien Organisationen ausgeschlossen worden, mit denen „die Gemeinde“ immer wieder aneinander gerate. „Wir haben quasi, analog zu den bundesweit agierenden Parteien, Unvereinbarkeitsbeschlüsse in der Wahlordnung festgeschrieben“, sagt Joffe. „Natürlich wird die Wahlordnung dadurch restriktiver, das Gemeindeleben jedoch nachhaltig friedlicher.“ Von Frieden ist bislang aber wenig spürbar – im Gegenteil. Und warum gibt es nun ein lebenslanges Ruhegehalt für den Vorsitzenden? Die ganze Recherche lesen Abonnenten hier.