Magnetschwebebahn von ICC zum BER: Städteplaner Gisbert Dreyer äußert sich zu der Idee der Berliner Verkehrssenatorin

Ute Bonde will das Kongresszentrum zum Terminal umfunktionieren, von dem aus eine Schwebebahn direkt zum BER fährt. Dreyer kritisiert das Vorhaben und spricht über seine eigene ICC-BER-Idee. Von Lorenz Maroldt

Magnetschwebebahn von ICC zum BER: Städteplaner Gisbert Dreyer äußert sich zu der Idee der Berliner Verkehrssenatorin
Foto: Imago / Joko

Kein Wunder wäre es da, wenn die Verkehrssenatorin ihren vielen Probleme (weiter unten kommt noch eins angerauscht) am liebsten davonschweben würde. Doch auch ihre Idee, aus dem ICC ein vorgezogenes BER-Terminal für Check-in und Kofferaufgabe mit Magnetbahnanschluss zum Flughafen zu machen, stößt weitgehend auf Ablehnung (Ergebnis der Checkpoint-Umfrage: 78% dagegen) – zum Beispiel auch bei Gisbert Dreyer. Der renommierte Städteplaner hatte bereits vor zehn Jahren an einem ähnlichen Projekt für das ICC gearbeitet (hier nachzulesen) - allerdings mit einem Bahntunnelanschluss.

Der Checkpoint hat ihn gestern gefragt, was er von Bondes Idee hält – die Antwort in einem Wort: Nichts. Eine Magnetschwebebahn biete auf kurzen Strecken keinen Vorteil, und die Vorstellung, sie über die Flughafenautobahn zu führen, scheitere am Eigentümer (Bund), den vielen Tunneln („da geht’s nicht drunter und nicht drüber“) und an den aufwendigen Planungsverfahren („dauern 15 Jahre und scheitern dann“).

Seine eigene ICC-BER-Idee, erzählt Dreyer, der damals noch von der Möglichkeit eines zweiten, internationalen Flughafens für Berlin ausging, sei vor zehn Jahren an Michael Müller gescheitert: Als er bei einem Treffen mit Bundesstaatssekretär Werner Gatzer („war sehr interessiert“) und dem Regierenden Bürgermeister seine Projektpläne präsentierte, sei Müller plötzlich aufgestanden und habe gesagt: „Das will ich nicht.“ Bleibt für heute mit Blick auf das Remake von Ute Bonde noch zu klären: Was will Kai Wegner (nicht)?