Möglicher Mega-Deal: Vonovia erwägt übernahme von Deutsche Wohnen
Berlin erwartet möglicherweise ein Mega-Deal am Wohnungsmarkt: Der deutsche Immobilienriese Vonovia erwägt offenbar die Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen, wie die Financial Times (FT) schreibt. Vonovia soll demnach 52 Euro je Deutsche-Wohnen-Aktie bieten (was einem Wert von 18 Milliarden Euro entspricht), die Transaktion von beiden Unternehmen getragen werden. Potentieller Fallstrick ist der FT zufolge Berlin, „wo eine Verknappung des Angebots und stark steigende Mieten den Wohnungsbau zu einem der umstrittensten Themen gemacht haben“. Dem Bericht zufolge wollen Vonovia und Deutsche Wohnen entsprechend versuchen, die Unterstützung des Berliner Senats mit einem Bündel von Zugeständnissen zu gewinnen. Unter anderem sollen sie bereit sein, eine bestimmte Anzahl von Wohnungen ohne Aufschlag an den Senat zu verkaufen, sich zu einem Mietenstopp zu verpflichten und zusätzliche Wohnungen in der Hauptstadt zu bauen. Man suche „den Schulterschluss mit den Landespolitikern“.
Als erste Berliner Landespolitikerin äußerte sich am Abend Bettina Jarasch, die Grünen-Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeistern. „Wenn Vonovia die Deutsche Wohnen übernimmt, hält sie fast zehn Prozent der Berliner Wohnungen. Wer eine solch große Machtkonzentration anstrebt, muss zeigen, dass das einen Mehrwert für die Berlinerinnen und Berliner hat“, erklärte sie via Pressemitteilung. Sie erwarte, dass die Vonovia sich als verantwortungsvolles Unternehmen erweise und ein Konzept für eine langfristig gute, sozialverträgliche und ökologische Bewirtschaftung der Bestände in Kooperation mit den Mieter:innen vorlege. „Zu Gesprächen mit der Vonovia zu diesen Zielen stehe ich bereit.“
Das letzte große Interview hat Vonovia-Chef Rolf Buch übrigens nach dem Mietendeckel-Aus dem Spiegel gegeben. „Wir müssen die Situation entschärfen. Wir können so nicht weitermachen. Ich plädiere dafür, dass sich alle Akteure an einen Tisch setzen: Politik, Wohnungsunternehmen, Mietervertreter, Bauindustrie, Sozialverbände. Das Wohnungsthema kann man nicht im Gegeneinander voranbringen. Der Anstoß muss aber vom Senat kommen“, sagte er im April. Und weiter: Er sei davon überzeugt, dass man Mieten regulieren müsse. Vonovia investiere „auch im Ausland nur in regulierte Märkte, denn sie haben einen großen Vorteil: Sie bieten Stabilität“.